Härtetest im Urlaubsparadies
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Schuften statt Sonne tanken: Mit intensiver Arbeit im portugiesischen Urlaubsparadies läuten die deutschen Fussballerinnen die Vorbereitung auf die Mission Titelverteidigung bei der EM (10. bis 28. Juli) ein. Beim 20. Algarve Cup wollen die DFB-Frauen ihren Triumph aus dem Vorjahr wiederholen - und Bundestrainerin Silvia Neid beim Kräftemessen mit der Weltelite wichtige Erkenntnisse für den Saisonhöhepunkt in Schweden sammeln.

"Für uns ist es wichtig, die Spielerinnen über einen relativ langen Zeitraum von zehn Tagen beisammen zu haben, um intensiv zu arbeiten und Spiele auf hohem Niveau bestreiten zu können", sagte die Ex-Nationalspielerin, die beim turbulenten 3:3 zum Auftakt des EM-Jahres in Frankreich noch einige Baustellen in ihrem Team ausmachen konnte.

Nach der Anreise am Montag, bei der sich der Tross wie im Vorjahr auf Mallorca zum gemeinsamen Weiterflug nach Faro versammelt hatte, standen am Tag vor dem Auftaktspiel am Mittwoch (18:00 Uhr) gegen Dänemark die ersten zwei Trainingseinheiten auf dem Programm.

Vier Spiele binnen acht Tagen, zahlreiche Übungseinheiten - die Spielerinnen haben bei der "Mini-WM" viele Gelegenheiten, um Pluspunkte im EM-Casting zu sammeln. Und auch wenn die Verlockung im Luxus-Hotels Ria Park in Vale do Lobo groß ist - zum Sonnenbad am Pool lädt das Wetter an der portugiesischen Südküste ohnehin nicht immer ein. Zwar herrschen frühlingshafte Temperaturen um 18 Grad, getrübt allerdings durch Bewölkung, Wind und Regenschauer.

Mehr als das Wetter dürfte die Bundestrainerin die Aufstellung in den Spielen gegen Dänemark, FIFA-Weltmeister Japan (Freitag, 12:15), EM-Gruppengegner Norwegen (11. März, 13:20) und dem abschließenden Platzierungsspiel (13. März) beschäftigen. Denn verletzungsbedingt muss Neid auf vier Stammkräfte verzichten: Simone Laudehr (Knorpelschaden im Knie), Annike Krahn (Innenbandriss im Knie), Fatmire Bajramaj (Kreuzbandriss) und Bianca Schmidt (Innenbandverletzung am Knie) fehlen beim prestigeträchtigen Turnier.

So ist Neid wie im Vorjahr auf einigen Positionen zu Umstellungen gezwungen - 127 Tage vor dem EM-Auftakt gegen die Niederlande (11. Juli) sicher alles andere als ein Beinbruch, zumal sich der zweimalige Welt- und siebenmalige Europameister im Beisein der kontinentalen Konkurrenz auch nicht allzu genau in die Karten schauen lassen will.

"Weil dort einige EM-Teilnehmer starten, muss man natürlich schauen, wie viel die Teams von sich preisgeben werden", sagte Neid, die im Tor entsprechend der angekündigten Rotation wieder Spielführerin Nadine Angerer den Vorzug vor Almuth Schult geben wird.