Morgan: "Ich war einmal dieses kleine Mädchen"

29 Millionen Frauen und Mädchen spielen derzeit auf der ganzen Welt Fussball. Einige von ihnen werden irgendwann in die Fußstapfen großer Spielerinnen treten und sich damit einen Traum erfüllen. Ausnahmetalente wie Marta, Abby Wambach oder Alex Morgan haben schließlich auch einmal ganz klein angefangen und gehören jetzt zu den Besten ihres Fachs.

Mit der Kampagne "Live Your Goals" will die FIFA mehr junge Frauen und Mädchen zum Fussball animieren und die Begeisterung für den Frauenfussball entfachen, fördern und festigen. FIFA.com sprach mit dem oben genannten Trio über die Wichtigkeit dieser Kampagne.

"Die Live Your Goals-Kampagne ist definitiv riesig, vor allem für weibliche Athleten. Die Möglichkeiten auf weiblicher Seite sind nicht so groß, wie auf der Seite der Männer. Wir, als weibliche professionelle Athleten, haben die Verantwortung, in diesen kleinen Mädchen die Leidenschaft für den Sport zu wecken und ihnen zu zeigen, dass Träume wahr werden können", fasst die U.S.-amerikanische Nationalspielerin Alex Morgan im Gespräch mit FIFA.com zusammen. "Auch ich war einmal dieses kleine Mädchen. Ich habe zu Mia Hamm und Kristine Lilly aufgesehen und davon geträumt, eines Tages in der Nationalmannschaft zu spielen. Und hier bin ich."

Ihr erstes Länderspiel in der A-Nationalmannschaft absolvierte Morgan am 31. März 2010 gegen Mexiko. Sie hat sich seitdem zu einer festen Größe im Team der Stars & Stripes entwickelt. Während sie bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland noch als Einwechselspielerin glänzte, kam sie beim Olympischen Fussballturnier der Frauen von Beginn an zum Einsatz und wurde - dank ihrer Leistungen - mit einer Nominierung zur besten Fussballerin des Jahres 2012 belohnt. Morgan hat ihre Ziele gelebt und ist das beste Beispiel dafür, dass Träume wahr werden können, wenn man an sich glaubt und hart arbeitet.

Träume sind dazu da, gelebt zu werden
Es ist genau diese harte Arbeit, die Marta zu der Spielerin geformt hat, die sie heute ist. Neun Mal hintereinander war die Brasilianerin zur Wahl der besten Spielerin des Jahres nominiert, fünf Mal konnte sie die Trophäe mit nach Hause nehmen. Kein Wunder, dass Marta für viele junge Mädchen ein großes Vorbild ist. Eine Rolle, derer sich die 26-Jährige durchaus bewusst ist.

"Ich bin wirklich glücklich und stolz auf alles, was ich bisher in meiner Karriere erreicht habe. Es ist definitiv eine Freude und eine Ehre, Menschen zu inspirieren meinem Beispiel zu folgen und das zu erreichen, was sie in ihrem Leben wirklich lieben. Es freut mich, dass ich für Mädchen, die Profi-Fussballerin werden möchten, ein Vorbild bin", erzählt die Starstürmerin, die der nächsten Generation einen Rat mit auf den Weg gibt. "Hart arbeiten und niemals aufzugeben, wenn man einen Traum hat, unabhängig davon, wie schwierig es scheinen mag. Du musst deine Ziele verfolgen und darfst die Möglichkeiten nicht verpassen, die das Leben dir präsentiert."

Ein Rat, den auch Abby Wambach in jungen Jahren sicher befolgt hat und der ihr dabei geholfen hat, es bis ganz nach oben an die Spitze zu schaffen. Nicht umsonst wurde die 32-Jährige im Januar zur FIFA Weltfussballerin des Jahres 2012 gekürt. "Allen jungen Frauen, die ihre Ziele leben wollen, würde ich persönlich sagen, dass sie sich jeden Tag aufs Neue herausfordern und etwas tun sollen, das ihnen Angst macht. Lasst Euch nicht sagen, dass ihr etwas nicht tun könnt. Trefft Entscheidungen und erlaubt euch, das zu tun, was immer ihr tun möchtet", so Wambach.

Ausschlaggebende Unterstützung
Aber auch Wambach weiß, dass nicht allen Frauen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung stehen und die weibliche Seite des Sports in vielen Ländern noch ganz am Anfang steht. Genau hier setzen die Frauen-Entwicklungsprogramme der FIFA an und bieten den Mitgliedsverbänden eine breite Unterstützung. Diese reicht von der Expertise über das Lehren bis hin zu Werbematerialien, Fussball-Materialien und finanzieller Hilfe. Sie sollen dafür sorgen, dass in den kommenden Jahren Wettbewerbe auf allen Ebenen für Frauen und Mädchen kreiert werden.

"Die Unterstützung der FIFA in jeder Kampagne, sei es für Männer oder Frauen, ist ausschlaggebend. Für viele Frauen auf dieser Welt ist es auch unerlässlich, zu wissen, dass sie die Möglichkeit und das Recht haben, zu spielen. Auf meinen Reisen um die Welt habe ich so viele Frauen getroffen, die mich angesehen und gefragt haben: 'Wie machst Du das? Und warum?' Es wäre ihnen noch nicht einmal in den Sinn gekommen, dass eine Frau Fussball spielen kann. Ihnen zu sagen, das sie es können, ist lebensverändernd, nicht nur für sie, sondern auch für ihre Kinder und zukünftigen Verwandten. Besonders in Gebieten, die von Bürgerkrieg, Gewalt oder Verletzung der Menschenrechte betroffen sind“, setzt die U.S.-Amerikanerin ihre Ausführungen weiter fort.

Eine Aussage, die deutlich macht, wie wichtig die Förderung des Frauenfussballs ist. Deshalb wird die FIFA mit ihren Frauen-Entwicklungsprogrammen auch weiterhin dafür sorgen, dass Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt die nötige Aufmerksamkeit und Gleichberechtigung erhalten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Ziele durch den Fussball zu leben.