Seminar in Costa Rica und brasilianische Dominanz

FIFA.com berichtet im gewohnten Zweimonats-Rhythmus über Aus- und Fortbildungskurse, Entwicklungsprogramme und Turniere in der weltweiten Futsal-Szene ein Jahr vor der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012.

Rückblick
Seit 2011 arbeitet die FIFA überall in der Welt an der Umsetzung eines neuen Aus- und Weiterbildungsprogramms für Futsal-Instrukteure. Im Rahmen dieses Programms führte die FIFA vom 3. bis 9. Oktober ein Grundsatzseminar durch, bei dem Inhalt und Wirkung des Programms einer ersten Bewertung unterzogen wurden. An den mehrtägigen Beratungen, die unter der Leitung von Javier Lozano (ESP) und Vicente De Luise (ARG) standen, nahmen Vertreter von zehn nationalen Verbänden (Costa Rica, Curaçao, Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama und Puerto Rico) teil.

Den Kern der Veranstaltung bildete ein Ausbildungskurs für einheimische Instrukteure mit dem Ziel des weiteren Ausbaus der fachlich-technischen Futsal-Strukturen in Mittelamerika. Darauf aufbauend werden die teilnehmenden Landesverbände demnächst eigene Lehrgänge organisieren und so die diesbezüglichen Bestrebungen der FIFA in einer Region, die über ein großes Entwicklungspotenzial im Futsal verfügt, aktiv unterstützen.

Ein weiteres Seminar mit den gleichen Schwerpunkten findet im November in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Dort werden elf Landesverbände aus der Golf-Region vertreten sein.

Entwicklung im Futsal
Außer der mehrtägigen Veranstaltung in Costa Rica hat sich in den letzten beiden Monaten auch anderswo eine Menge getan. Insgesamt wurden im September und Oktober acht FIFA-Lehrgänge für Trainer und Schiedsrichter bzw. in kombinierten Kursen für beide Kategorien in Costa Rica, Malta, Kamerun, Österreich, Armenien, Paraguay, Ägypten und Litauen durchgeführt. Österreich kam zudem einer Forderung der FIFA nach Eingliederung des nationalen Futsal-Verbandes in den Österreichischen Fussballverband nach.

Futsal weltweit
Was das Spiel selbst anbelangt, so ruhte der Ball auch in den letzten beiden Monaten nicht. Vor allem in Südamerika wurden gleich mehrere Turniere ausgetragen. So ging im September in Argentinien die Copa América im Futsal über die Bühne. Im Finale setzten sich die hoch favorisierten Brasilianer klar mit 5:1 gegen die argentinischen Gastgeber durch.

Eine Woche später kämpften die besten südamerikanischen Klubs um die kontinentale Futsal-Meisterschaft 2011. Erneut erwies sich Brasilien als Südamerikas dominierende Futsal-Nation, nachdem Carlos Barbosa im Finale gegen La Riviera Vargas aus Venezuela die Oberhand behalten hatte. Im Oktober hatten dann auch die Frauen Gelegenheit, ihr Können bei der Copa América im Frauen-Futsal in Venezuela unter Beweis zu stellen. Das Ergebnis war nahezu identisch mit dem der Südamerika-Meisterschaft der Männer, denn Brasilien feierte auch bei den Frauen einen deutlichen 8:1-Finalsieg über die gastgebenden Argentinierinnen.

Obendrein triumphierte Brasilien auch beim Futsal Grand Prix 2011 vor heimischer Kulisse in Manaus, zu dem 16 Mannschaften aus fünf Konföderationen angereist waren. Während die Gastgeber das Finale gegen Russland für sich entscheiden konnten, sicherte sich Argentinien vor Iran Rang drei des Turniers.

In Europa wurde die Hauptrunde des UEFA Futsal Cups ausgetragen, an deren Ende sich zwölf Teams für die abschließende Finalrunde qualifizierten, in der sie auf die bereits gesetzten Klubmannschaften – darunter auch Titelverteidiger Montesilvano – treffen werden.

Schließlich fand im Oktober noch die erste Qualifikationsrunde der Europa-Zone für die kommende FIFA Futsal-Weltmeisterschaft statt, bei der es von 20 teilnehmenden Nationen nur die Gruppenersten und die beiden besten Gruppenzweiten in die nächste Runde schafften. Die sieben qualifizierten Teams sind Georgien, Bulgarien, Lettland, Türkei, Mazedonien, Frankreich und Norwegen.

Zitate
"Meiner Meinung nach ist es schon so, dass die begrenzte Fläche eines Futsal-Feldes den Spielern mehr Beweglichkeit und Schnelligkeit sowie eine noch bessere Ballbehandlung abfordern. All das sind Kriterien, die das Spiel für die Zuschauer attraktiver machen. Außerdem ist Futsal klimaunabhängig und kann somit überall und von jedem gespielt werden. In Costa Rica ist Futsal eine Sportart, die sich noch in der Entwicklungsphase befindet. Dass wir jetzt Instrukteure vor Ort haben, die mit dem Futsal-Regelwerk bestens vertraut sind und ihre Erfahrungen im internationalen Rahmen weitergeben, wird sicher zur wachsenden Beliebtheit dieses Sports in Costa Rica beitragen."
Bernardo Jaen (Generalsekretär des Fussballverbandes von Costa Rica)

"Futsal rangiert derzeit in der Beliebtheitsskala der erwachsenen Bevölkerung unseres Landes an dritter Stelle, und an den Schulen ist es sogar die am zweithäufigsten praktizierte Sportart. Auch verfügen sämtliche Bildungseinrichtungen über Mehrzweckhallen, in denen Futsal gespielt werden kann. Überdies haben unsere Behörden im Bildungsbereich bereits ihr Interesse an diesem Sport signalisiert. Durch die Teilnahme an dem Seminar für Futsal-Instrukteure fühle ich mich dazu ermutigt, Futsal künftig zur beliebtesten Sportart der Dominikaner zu machen. Und ich denke, dass wir unser Land schon bald zu einer starken Futsal-Nation in der Karibik entwickeln können."
Prandy Pinales (einer der drei Vizepräsidenten des Fussballverbandes der Dominikanischen Republik)

Demnächst auf dem Programm
In den Monaten November und Dezember kommt erneut viel Arbeit auf die FIFA-Instrukteure zu, denn bis zum Jahresende sind nicht weniger als zwölf Veranstaltungen in fünf verschiedenen Konföderationen geplant. Allein in Ozeanien sind drei Lehrgänge für Amerikanisch-Somoa und die Salomon-Inseln vorgesehen.

Den Höhepunkt bildet indes das bereits erwähnte Seminar in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate), das von dem Belgier Benny Meurs und dem Engländer Graeme Dell geleitet wird.