"Goal"-Projekte: Ein großer Erfolg weltweit

Am 2. Juni 2009 fand in Nassau (Bahamas) das FIFA-Goal-Bureau statt, auf dem 27 neue Projekte genehmigt wurden. Seit der Einführung des Goal-Programms im Jahre 1999 wurden somit 393 Projekte in 193 Verbänden beschlossen.

Nach Kontinentalzonen verteilen sich die Projekte folgendermaßen: 90 Projekte in Asien, 115 in Afrika, 61 in Nord-, Mittelamerika und der Karibik, 22 in Südamerika, 20 in Ozeanien, 75 in Europa. 235 Projekte sind erfolgreich abgeschlossen, worden und es werden noch zahlreiche weitere folgen. In diesem Tempo wird es weitergehen, denn seit dem letzten Goal-Bureau im Oktober 2008 wurden erneut 24 Projekte abgeschlossen und elf weitere begonnen. Seit der Gründung von Goal 1999 wurde im Rahmen dieses Programms die Summe von etwa 158 Millionen U.S.-Dollar investiert.

Doch was bedeutet ein Goal-Projekt konkret in den verschiedenen Ländern? FIFA.com beschloss, diese Frage während des Goal-Bureaus an diejenigen zu stellen, die am besten Antwort darauf geben können. Sombo Izetta Wesley, Präsidentin des Fussballverbands von Liberia, steht jenem Verband vor, der im Jahre 2000 erstmalig von einem Goal-Projekt profitierte. Jeffrey Webb hingegen, als Präsident des Fussballverbands der Cayman-Inseln, vertritt eine Vereinigung, für die ein Projekt gerade eben eingeweiht wurde: am 4. Juni 2009 durch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

Können Sie uns sagen, worin Ihr Goal-Projekt besteht?
Jeffrey Webb:
Dieses Goal-Projekt ist Bestandteil eines großen Ganzen: Wir sind dabei, ein "Exzellenz-Zentrum" aufzubauen. Die erste Phase bestand darin, einen Sitz für die CIFA zu errichten, der an diesem 4. Juni von FIFA-Präsident Blatter eingeweiht wird. Nun beginnt die zweite Phase, in der wir den ersten von drei Fussballplätzen errichten wollen, die internationalen Standards entsprechen. In der dritten Phase schließlich sollen Unterkünfte errichtet werden, ein technisches Zentrum und alle hierfür erforderlichen Einrichtungen.

Sombo Izetta Wesley: Zunächst möchte ich der FIFA für diese Initiative, für das Goal-Programm, danken. Ohne Spielfeld kann man nicht Fussball spielen. Durch Goal haben wir nun also einen Fussballplatz bekommen. Ich bin sehr stolz darauf, die erste Empfängerin eines Goal-Projekts gewesen zu sein. Das war 2000/2001, kurz nachdem das Goal-Programm ins Leben gerufen wurde.

Wie haben diese Projekte dem Fussball in Ihrem Land dabei geholfen, sich weiterzuentwickeln?
Jeffrey Webb:
Zum ersten Mal in der Geschichte des Fussballs auf den Cayman-Inseln verfügen wir über einen Verbandssitz, das ist sehr wichtig. Die Spielfelder und das technische Zentrum ermöglichen es uns, Trainer- und Schiedsrichterkurse abzuhalten. Auch dies geschieht mit der Hilfe der FIFA.

Sombo Izetta Wesley: Wenn Sie den Platz gesehen hätten, auf dem wir früher gespielt haben. Überall lagen Steine herum, darauf zu spielen war unmöglich. Dank des Goal-Projekts I wurde stattdessen ein Kunstrasenplatz angelegt. Einen guten Fussballplatz zu haben ist wichtig, denn dadurch erhöht sich die Qualität unserer Ausbildung, somit auch die unseres Fussballs und letztlich unserer Spieler. Ganz zu schweigen davon, dass damit viele Verletzungen verhindert werden können und die Ausrüstung geschont werden kann. Es kommt also auch ein wirtschaftlicher Faktor ins Spiel.

Und wie sehen Sie die Zukunft, wie geht es weiter?
Jeffrey Webb:
Dies ist ein langfristig angelegtes Projekt, das vor Jahren von den ehemaligen Verbandsführern angedacht wurde. Für meine Amtszeit ist es nun ein historisches Ereignis, diese Vision realisieren zu können und natürlich auch eine große Ehre. Mein Ziel ist es, den Fussball auf den Cayman-Inseln auf realistische Art und Weise zu entwickeln: das allgemeine Niveau zu steigern und jungen Mädchen und Jungen, die Fussball spielen möchten, ihre Chance zu geben. Langfristig wünsche ich mir, dass wir in der Karibik und auch in der CONCACAF-Zone konkurrenzfähig werden.

Sombo Izetta Wesley: Bei uns sieht das etwas anders aus, da wir seit 2000 bereits von mehreren Goal-Projekten profitiert haben. Das zweite Goal-Projekt im Jahre 2007 bestand aus der Renovierung des Kunstrasenplatzes, der in den vergangenen sechs Jahren überstrapaziert wurde, weil alle in Liberia, alle möglichen Sportarten, diesen Platz nutzen wollten. Außerdem hat sich die Qualität von Kunstrasenplätzen in der Zwischenzeit stark verbessert. Wir haben also das Stadion Antoinette Tubman renoviert. Die "Neuversion" des Stadions wurde soeben von den FIFA-Experten inspiziert und wir können es ab jetzt nutzen. Und dann wird es bei uns noch ein drittes Goal-Projekt geben: ein komplettes technisches Zentrum außerhalb von Monrovia mit Unterkünften, einer Klinik, usw. Das wird uns die Organisation von zahlreichen Aktivitäten, wie Kurse, Sitzungen, Schulungen, ermöglichen.

Allgemeiner betrachtet - was kann Ihrer Meinung nach das Goal-Programm den Verbänden für einen Nutzen bringen?
Jeffrey Webb:
Ganz einfach: ohne die Weitsicht von FIFA-Präsident Blatter und ohne die zahlreichen Initiativen der FIFA (Goal, "In der CONCACAF mit der CONCACAF gewinnen", usw.) hätten wir, wie so viele andere Verbände, diese Entwicklungsprojekte niemals erfolgreich durchführen können. Unser Fussball hätte sich nicht weiter entwickeln können. Wir können uns bei der FIFA also nur bedanken. Und auch deshalb fühle ich mich unendlich stolz und geehrt, dass Präsident Blatter, der der Initiator dieses Programms ist, gekommen ist, um unser Projekt einzuweihen.

Sombo Izetta Wesley: Jeffrey hat vollkommen Recht: Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Länder auf Goal-Projekte zählen. Es sind vor allem die ärmeren Länder, die ohne Goal ihren Fussball nicht weiterbringen könnten. Es ist ein Programm, das alle Mitgliedsverbände gemeinsam nach oben zieht und sie in die Verantwortung nimmt: es handelt sich schließlich nicht um eine bestimmte Geldsumme, sondern um ein komplettes Projekt, das von der FIFA initiiert wird und das wir anschließend selbstständig verwalten dürfen. Es sind dauerhafte Einrichtungen, um die man sich kümmern muss, die man instandhalten und mit der Zeit verbessern muss.