
Bei humanitären Krisen oder Naturkatastrophen einen Beitrag zu leisten, um die Würde der betroffenen Menschen wiederherzustellen oder die Leiden der Bevölkerung zu lindern, ist ein Teil der sozialen Verantwortung, welche die FIFA sehr ernst nimmt.
Die FIFA verfolgt nicht das Ziel, eine professionelle Notfallhilfe bei Naturkatastrophen zu ersetzen. Nach der ersten Phase der Katastrophenhilfe – und sofern dies für die Organisationen vor Ort keine Behinderung darstellt – beteiligt sich die FIFA am Wiederaufbau der geschädigten Region, indem sie Hilfsmittel für die Reparatur oder den Wiederaufbau der Fussballinfrastruktur aufbringt und verlorene oder zerstörte Sportausrüstung oder Verwaltungsmaterialien liefert. Das angestrebte Ziel besteht darin, die Wiederaufnahme der sportlichen Aktivitäten zu erreichen, insbesondere für die Jungen, um ihnen die einfachen Freuden des Fussballs und eine gewisse Rückkehr zur Normalität zu bieten.
Durch Solidaritätsaufrufe und die Austragung von Benefizspielen beschafft die FIFA Mittel aus den Reihen der Fussballfamilie, um eigene Hilfsprojekte ausschließlich im Rahmen folgender Bereiche zu starten:
- Förderung der Entwicklung bzw. Wiederaufnahme der Fussballwettbewerbe und -aktivitäten;
- Finanzierung des Wiederaufbaus der Sportinfrastruktur und der Fussballfelder in Schulen;
- Finanzielle Hilfe in Krisenfällen;
- Bereitstellung von Ausrüstung, Sportbekleidung und Bällen;
- Unterstützung der Kinder bei der Überwindung erlittener Traumata mithilfe des Fussballs.
Der Tsunami in Asien 2004
Die FIFA und die AFC haben ein gemeinsames Bankkonto eingerichtet, um die Spenden der Fussballfamilie zu sammeln und den vom Tsunami betroffenen Verbänden Hilfe zukommen zu lassen. Gespendet haben sowohl Verbände und Konföderationen als auch Vereine und Partnerorganisationen. Der FIFA/AFC Tsunami-Solidaritätsfonds wurde mit den Mitteln der FIFA (zwei Millionen U.S.-Dollar) und der AFC (eine Million U.S.-Dollar), welche diese als Soforthilfe zur Verfügung stellten, eingerichtet. Hinzu kamen eine Million U.S.-Dollar von der UEFA, weitere Spenden aus der ganzen Welt sowie die Erlöse aus dem Solidaritätsspiel im Rahmen der Initiative "Football for Hope" am 15. Februar 2005 in Barcelona. Die auf diese Weise gesammelten 10,55 Millionen U.S.-Dollar wurden in den von der Katastrophe betroffenen Ländern wie folgt verwendet:
SRI LANKA
Bewilligte Mittel: 3.442.792 U.S.-Dollar
Wichtigste Maßnahmen:
- Wiederaufbau der Infrastruktur für 17 Klubs in den von der Katastrophe betroffenen Gebieten (Fussballplätze, Umkleidekabinen, Empfangsräume)
- 2 Trainerkurse
- Verteilung von Sportausrüstung
MALEDIVEN
Bewilligte Mittel: 1.646.233 U.S.-Dollar
Wichtigste Maßnahmen:
- Renovierung der Infrastruktur (Kunstrasenplätze und technische Zentren) in Malé und Addu
INDONESIEN
Bewilligte Mittel: 3.438.508 U.S.-Dollar
Wichtigste Maßnahmen:
- Renovierung der Infrastruktur (Stadien, Natur- und Kunstrasenfelder, technische Zentren) in der Provinz Aceh, Sumatra.
THAILAND
Bewilligte Mittel: 1.029.432 U.S.-Dollar
Wichtigste Maßnahmen:
- Bau des Tsunami Memorial Football Centre in Phuket (technisches Zentrum, Klubhaus, Trainingseinrichtungen), am 15. September durch Präsident Joseph S. Blatter eingeweiht.
BANGLADESCH
Bewilligte Mittel: 269.050 U.S.-Dollar
Wichtigste Maßnahmen:
- Wiederaufbau der Infrastruktur (Spielfelder und Räumlichkeiten) in Cox's-Bazar und Barisal
INDIEN
Bewilligte Mittel: 1.000.298 U.S.-Dollar
Wichtigste Maßnahmen:
- Wiederaufbau eines Stadions auf den Nikobaren
Pakistan
Am 8. Oktober 2005 erschütterte ein starkes Beben den Norden Pakistans in der Nähe der Stadt Muzzafarabad.
Die FIFA bewilligte eine Summe von 500.000 U.S.-Dollar zugunsten der Erdbebenopfer in Pakistan. Die Asiatische Fussballkonföderation (AFC) stellte ihrerseits 200.000 U.S.-Dollar zur Verfügung.
Die aufgebrachten Mittel ermöglichten die Finanzierung folgender Maßnahmen:
- Trainingszentrum von Peshawar (Fussballfeld, Büros, Empfangsräume)
- Wiederaufbau des Spielfelds von Kunj und von Büros in Abbotabad
- Football For Hope Clinic I (28. August – 18. September 2006)
- Football For Hope Clinic II (22. Februar – 13. März 2007)
Amerikanisch-Samoa
Am 29. September 2009 ereignete sich beim Samoa-Archipel ein Beben der Stärke acht, gefolgt von einem Tsunami, der Amerikanisch-Samoa, Samoa und Tonga traf.
Die FIFA wollte damals über das Goal-Programm einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten und bewilligte ein Goal-Projekt zum Wiederaufbau des technischen Zentrums von Amerikanisch-Samoa in Pago Pago. Das technische Zentrum mit Naturrasenplatz und Empfangsräumen wurde dank eines ersten Goal-Projekts im Jahr 2003 gebaut.
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter weihte das renovierte Zentrum anlässlich einer Ozeanien-Reise am 14. Januar 2011 ein.
Chile
Am 27. Februar 2010 ereignete sich entlang der Küste Chiles eines der stärksten je gemessenen Beben mit einer Stärke von über 8,8. Auf das Beben folgte ein Tsunami, der die chilenischen Küstengebiete heimsuchte.
Um den Wiederaufbau zu unterstützen, bewilligte die FIFA rasch eine Soforthilfe von 250.000 U.S.-Dollar. In der Folge bewilligte das Exekutivkomitee im März 2010 über das Goal-Programm eine Sonderfinanzierung von 1.200.000 U.S.-Dollar für den Bau eines Kunstrasenplatzes und Umkleidekabinen in Talcahuano in der Provinz Concepción, einer der am meisten von der Katastrophe betroffenen Städte.
Haiti
Nach dem Erdbeben in Haiti am 12. Januar 2010 hat das FIFA-Komitee einen Sonderfonds von 3 Millionen U.S.-Dollar für den Fussball in Haiti eingerichtet. 250.000 U.S.-Dollar wurden als Spende für die Soforthilfe bereitgestellt, anschließend wurde eine Summe von 379.500 U.S.-Dollar für die Mitgliedsvereine des haitianischen Fussballverbands überwiesen.
Der Sonderfonds diente in der Folge zur Finanzierung der Wiederaufnahme der haitianischen Meisterschaft, zum Kauf von Sportausrüstung und –materialien für einen ordnungsgemäßen Betrieb des nationalen technischen Zentrums. Dieses technische Zentrum wird zudem über diesen Fonds renoviert und erweitert. Auch das Sylvio-Cator-Stadion in Port-au-Prince wird renoviert, unter anderem durch den Bau eines Kunstrasenplatzes.