Akademien und Spielfelder für den Nachwuchs

Im Rahmen der Serie von Reportagen über die Entwicklungsprogramme für den Jugendfussball macht FIFA.com heute in Indien Station. Dank der Unterstützung durch FIFA-Programme blühen dort die Fussballakademien auf und es keimt die Hoffnung, schon bald die Jugend-Nationalmannschaften brillieren zu sehen.

Der Fussball in Indien ist fast so alt wie die Ursprünge des Sports. Berichte über ein erstes Fussballspiel datieren von 1868, doch die Popularitätswerte dieser Disziplin liegen nach wie vor weit hinter denen für Cricket, das eine wahre Religion ist. Die Gründung der I-League 2007 mit 14 Klubs in der höchsten Spielklasse verschaffte dem Fussball mehr Gewicht, insbesondere in der Region Kalkutta, in denen die beliebtesten Klubs des Landes beheimatet sind: Mohun Bagan und East Bengal.

Und trotz des frühzeitigen Ausscheidens in der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ verliert die Nationalmannschaft nicht die Hoffnung. Der letzte Erfolg bisher war der Gewinn der SAFF Südasienmeisterschaft im Dezember 2011. Ein weiteres ermutigendes Zeichen ist die Verpflichtung des einheimischen Idols Sunil Chhetri, Stürmer und Kapitän der Nationalmannschaft, durch Sporting Lissabon.

FIFA unterstützt Indiens Fussballnachwuchs
Die indischen Fussballfans sind in der Gegenwart also durchaus hoffnungsfroh, doch die Zukunft könnte ihnen erst recht Grund zur Freude geben. Vor allem dank der Entwicklungsprogramme der FIFA, die größtenteils dem Jugendfussball gewidmet sind. Über das Projekt "In Indien mit Indien gewinnen" hat der Fussball-Weltverband acht Millionen U.S.-Dollar in den Bau eines Technischen Zentrums und von acht Kunstrasenplätzen in sieben verschiedenen Regionen investiert.

Einen weiteren Beitrag leistet 2012 ein Goal-Projekt, das die Gründung von vier regionalen Akademien in Mumbai, Delhi, Kalkutta und Bangalore finanziert. "In enger Zusammenarbeit mit der FIFA werden wir in der Lage sein, zehn Akademien zu eröffnen, von denen die meisten über einen Kunstrasenplatz verfügen werden", bestätigte Robert Baan, Technischer Direktor des indischen Fussballverbands AIFF. "Wir werden ein Projekt für die Plätze starten sowie ein neues Programm für die Ausbildung der Trainer auflegen."

Diese Fussballschulen werden Spieler rekrutieren, die ab dem 1. Januar 1999 geboren sind (ab 1. Januar 1997 in Mumbai) und verfolgen das Ziel, die Elite des indischen Fussballs von morgen zu formen. "Zurzeit befinden wir uns in der Sichtungs- und Auswahlphase", präzisierte Baan, dessen Mission darin besteht, die Statuten des indischen Fussballs zu analysieren und einen Plan zur Verbesserung des einheimischen Niveaus zu präsentieren. "Fünf zusätzliche Akademien, eine davon als Eliteschule, werden 2013 eröffnet. Dank dieser Einrichtungen können wir alle Altersklassen abdecken, die sich für die AFC-Wettbewerbe und die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften qualifizieren müssen."

Jugend forscht
Um die großen internationalen Turniere zu erreichen, muss nicht nur die Infrastruktur vorhanden sein, die momentan erstellt wird. Die jungen indischen Fussballer müssen vor allem auch Erfahrung sammeln. "Die U-16-Mannschaften haben sich zwei Mal, 2007 und 2011, für die letzte Phase des AFC Asien-Pokals qualifiziert", erinnerte Colm Joseph Toal, Nationaltrainer der U-19, stolz. Gleichzeitig bedauerte er die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten für die jungen Spieler. "Sie haben ihr eigenes Team, die Indian Arrows, in der Profiliga des Landes angemeldet. Der erste Jahrgang mit Jugendlichen im Alter von 18 bis 21 Jahren hat unter den 14 Mannschaften der Liga den 9. Rang erreicht, und fünf davon haben in der Nationalmannschaft debütiert."

Dass das Entwicklungsbüro der Region Südasien erst kürzlich nach Delhi umzog, nachdem es lange Zeit in Sri Lanka beheimatet war, zeigt, dass das Engagement der FIFA zur Unterstützung der Entwicklung des Jugendfussballs keine punktuelle Maßnahme, sondern eine langfristige Investition ist. In Delhi findet im September auch eine Konferenz der IFA (International Football Arena) statt, an der Jérôme Valcke, der Generalsekretär der FIFA, und Thierry Regenass, FIFA-Direktor für Entwicklung, teilnehmen werden.