Blatter und Fahey erörtern Kampf gegen Doping
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Der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), John Fahey, und WADA-Generalsekretär David Howman trafen FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke und Dr. Michel D'Hooghe, Vorsitzender der Medizinischen Kommission der FIFA, am 14. Februar 2013 im Home of FIFA in Zürich zu einem Höflichkeitsbesuch.

Fahey, der sich im letzten Jahr seiner Amtszeit befindet, wollte ausdrücklich "FIFA für ihre fortschrittliche und produktive Zusammenarbeit mit WADA über die Jahre hinweg im Kampf gegen Doping danken". Präsident Blatter bekräftigte das "Engagement der FIFA, gegen diese ernsthafte Bedrohnung zu kämpfen, und unseren Willen, weiterhin Hand in Hand mit WADA zusammenzuarbeiten."

Zu den wichtigsten Gesprächsthemen gehörte das sogenannte biologische Profil, das als eine der besten Methoden zum Nachweis leistungssteigernder Medikamente gilt. Die FIFA ist derzeit mit der Entwicklung von Plänen zur Einführung dieses neuen Instruments beschäftigt, das ein über Urinproben erstelltes Steroidprofil sowie ein Blutprofil umfasst. Die Einführung ist für den FIFA Konföderationen-Pokal 2013 und die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 geplant, wobei alle Teilnehmer dieser beiden Wettbewerbe Trainingskontrollen und Wettbewerbskontrollen unterzogen werden sollen.

Diesen Schritt will man nach der Durchführung eines Pilotprojektes gehen, das 2011 gestartet wurde und in dessen Rahmen das individuelle Steroidprofil der Teilnehmer der FIFA Klub-Weltmeisterschaft anhand von Trainings- und Wettbewerbskontrollen erstellt wurde. Zu diesem Anlass wurden 2011 178 Trainingskontrollen durchgeführt und 2012 184 weitere. Außerdem entwickelt die FIFA derzeit ein Projekt zur Erstellung von Hormonprofilen. Dabei handelt es sich um eine neue Initiative in Zusammenarbeit mit einem von der WADA akkreditierten Labor in der Schweiz.

Fahey sagte: "Wir sind sehr interessiert daran, unsere Arbeit an biologischen Profilen fortzuführen. WADA ist sehr zufrieden mit dem Engagement der FIFA bezüglich der biologischen Profile, die nicht erst bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014, sondern bereits beim FIFA Konföderationen-Pokal im Juni dieses Jahres eingesetzt werden sollen."

D’Hooghe erklärte, dass die FIFA bei ihren eigenen Wettbewerben (Weltmeisterschaften, einschließlich der Qualifikationswettbewerbe) selbst Wettbewerbskontrollen und Trainingskontrollen durchführe. Im Jahr 2012 wurden bei FIFA-Wettbewerben (U-20-Frauen-Weltmeisterschaft, U-17-Frauen-Weltmeisterschaft, Futsal-Weltmeisterschaft, Klub-Weltmeisterschaft, Qualifikation für die WM 2014 sowie die Olympischen Fussballturniere der Männer und Frauen) insgesamt 662 Urinproben genommen. Bis zum heutigen Tag gab es einen einzigen unerwünschten analytischen Befund bei einem WM-Qualifikationsspiel im Oktober 2012.

D'Hooghe erklärte: "2014, im Jahr der FIFA WM, werden wir USD 2.5 Millionen im Kampf gegen Doping investieren. Die FIFA war die erste internationale Organisation für den Mannschaftssport, die mit Längsprofilen begann. Wir hatten dies bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2011 und 2012 getestet, und wir werden beim FIFA Konföderationen-Pokal 2013 mit unangemeldeten Bluttests an den Trainingsstätten und bei den Spielen weitermachen. Und es ist unser Bestreben, dass alle Spieler, die an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 teilnehmen, biologische Profile haben werden."

Die Dopingkontrollen bei Qualifikationsspielen zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ werden von den FIFA-Dopingkontrolleuren stichprobenartig durchgeführt. Bei den insgesamt 820 Qualifikationsspielen zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ wird die FIFA bei 114 Partien Kontrollen durchführen und insgesamt 456 Proben nehmen. Bei den ausgewählten Spielen werden jeweils vier Spieler einer Dopingkontrolle unterzogen, und von diesen vier Spielern wird einer für einen EPO-Test ausgewählt.

EPO-Tests wurden bei FIFA-Wettbewerben zum ersten Mal anlässlich der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 2002 in Korea/Japan durchgeführt. Bei allen Teilnehmern wurden damals Urin- und Blutkontrollen durchgeführt, bei abnormalen Ergebnissen folgte ein EPO-Test. Alle Ergebnisse waren negativ. 2012 zogen 95 von insgesamt 662 Kontrollen einen EPO-Test nach sich. 

Bei Wettbewerben auf nationaler und konföderativer Ebene obliegt die Verantwortung für die Durchführung der Kontrollen den einzelnen Mitgliedsverbänden, der zuständigen nationalen Anti-Doping-Agentur bzw. der Konföderation. Die Anti-Doping-Einheit der FIFA bietet den Konföderationen Unterstützung in Form von Schulungen und Seminaren an. Das nächste Seminar findet im April 2013 in São Paulo statt. Ziel der Veranstaltung ist die Schulung der brasilianischen Dopingkontrolleure.

2011 verzeichnete die WADA laut Datenübermittlung der registrierten Labore weltweit insgesamt 28.587 Dopingproben im Fussball, von denen 119 unerwünschte analytische Ergebnisse aufwiesen (0,4 %). Dabei handelte es sich in 40 Fällen um Cannabinoide und in 19 Fällen (0,07 %) um anabolische Steroide. Fünf dieser 19 Fälle waren Spielerinnen der DVR Korea, die an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 teilnahmen. Sie wurden positiv auf anabolische Steroide getestet, die ihren Ursprung in der "traditionellen chinesischen Medizin" hatten. Die WADA wird in Kürze die Gesamtwerte des Fussballs für 2012 bereitstellen.

"Es gibt immer noch mehr, das man im Kampf gegen Doping machen kann. Aber wir wissen, dass es der FIFA auf diesem Gebiet schon immer ernst war", so der WADA-Präsident abschließend. "Wir denken, dass die Ligen ergänzen können, was die FIFA bereits tut, doch wir sind hierhergekommen, um der FIFA für ihre Zusammenarbeit zu danken."