Im Rahmen der Konferenz zur Besonderheit und Unabhängigkeit des Sports von heute Mittwoch, 21. Oktober 2009, im ungarischen Parlament erörterten der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Pál Schmitt (Ungarn), und FIFA-Präsident Joseph S. Blatter die Lage des Sports innerhalb der Europäischen Union und mögliche gemeinsame Maßnahmen zum Schutz der Werte des Sports im Allgemeinen und des Fussballs im Besonderen.

Schmitt und Blatter, beide Mitglieder des IOC, waren sich darin einig, dass die besonderen Merkmale des Sports in Europa gemäß Art. 165 des Vertrags von Lissabon und auf der Basis des Dokuments, das die Olympia- und Sportbewegung den europäischen Behörden 2008 unter dem Titel "Position der Olympia- und Sportbewegung zur Besonderheit und Unabhängigkeit des Sports" überreicht hatte, dringend anerkannt und respektiert werden müssten.

Schmitt, der die von der FIFA vorgeschlagene 6+5-Regel voll unterstützt, erklärte sich zudem bereit, beim Europäischen Parlament als "6+5-Botschafter" zu fungieren, um diese Regel zum Schutz der Nationalteams, der Ausbildung junger Spieler, ausbildender Klubs und der nationalen Identität von Fussballklubs zu fördern und zu verteidigen.

Blatter und Schmitt erarbeiteten ferner einen Aktionsplan, der in Abstimmung mit dem Programm der nächsten drei Präsidentschaften der Europäischen Union (Spanien und Belgien 2010 sowie Ungarn im ersten Halbjahr 2011) umgesetzt werden soll.

Bei der Konferenz, an der auch IOC-Mitglied und IIHF-Präsident René Fasel teilnahm, äußerte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter die folgenden beiden Vorschläge: Die Zahl "6", die der Mindestanzahl Spieler entspricht, die für das Nationalteam des Verbands, in dem der betreffende Klub spielt, spielberechtigt sind und die ein Klub zu Beginn eines Spiels eines Klubwettbewerbs aufstellen muss, sollte auch Spieler jeglicher Nationalität umfassen, die seit ihrem 12. Geburtstag oder früher ununterbrochen für Klubs registriert sind, die dem Verband angehören, in dem der betreffende Klub spielt. Sie sollte auch Spieler jeglicher Nationalität beinhalten, die seit ihrem 18. Geburtstag während mindestens fünf Jahren ununterbrochen für Klubs registriert sind, die dem Verband angehören, in dem der betreffende Klub spielt.

Zitate:

"Ich unterstütze die Besonderheit und die Autonomie des Sports", erklärte der ungarische Ministerpräsident Gordon Bajnai. "Ich und die ungarische Regierung gratulieren der FIFA zu dieser Initiative zum Schutz der Nationalteams."

"Ich freue mich auf das Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon, da er dem Sport, seinen besonderen Merkmalen und seiner Autonomie eine historische Anerkennung bringt", erklärte Schmitt. "Ich bin fest davon überzeugt, dass der Sport Teil der nationalen Identität und Kultur ist und die 6+5-Regel ein Symbol für alle Teamsportarten ist und jungen Talenten die Chance bietet, sich auf höchster Ebene zu messen. Ich erwarte, dass neben dem Fussball auch andere Teamsportarten diese Initiative unterstützen, da lokale Stammspieler einen Sport noch populärer und attraktiver machen und die Jugendlichen wieder auf die Plätze locken."

"Ich freue mich sehr, dass eine so hochrangige und vielfältige Gruppe von Teilnehmern bei einer Konferenz zur Anerkennung der Besonderheit und Autonomie des Sports aufgerufen hat", betonte der FIFA-Präsident. "Wir stehen mit diesen Ansichten, die für sich sprechen, nicht allein. Die 6+5-Regel, für die sich die FIFA einsetzt, ist eine legitime Regel zur Wahrung der Integrität, des Gleichgewichts und des offenen Ausgangs von Wettbewerben. Diese Werte sind für den Fussball zentral."