"Die Mission der FIFA besteht heute nicht mehr nur darin, den weltweit beliebtesten Sport lediglich zu verwalten. Vielmehr besitzt der Fussball längst auch eine soziale und kulturelle Ausstrahlung auf die Gesellschaft, die sich in Form von sportpolitischen Maßnahmen - unter anderem bei der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen und im Kampf gegen die Armut - widerspiegelt. Parallel dazu hat sich der Weltfussballverband zu einer bedeutenden Wirtschaftskraft entwickelt. Die inzwischen 208 nationalen Mitgliedsverbände der FIFA repräsentieren rund 260 Millionen Menschen, die alle einen unmittelbaren Bezug zum Fussball haben. Dazu zählen Spieler und Trainer ebenso wie Manager, Klubverantwortliche und Verbandsfunktionäre. Wenn man dazu noch die durchschnittlich drei oder vier Familienangehörigen bzw. Freunde und Bekannten hinzuzählt, die jeder Einzelne dieser 260 Millionen für unseren Sport begeistert und gewinnt, kommt man auf eine Gesamtzahl von gut einer Milliarde Menschen. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass einer von sieben Bewohnern unseres Planeten auf die eine oder andere Weise mit dem Fussball verbunden ist.

Und der Fussball kann Großes bewirken. So auch im Fall des irakischen Fussballverbandes, dessen Nationalteam über die gesamte Dauer des Irak-Krieges hinweg weiter spielte, obwohl sich in dieser Zeit keine einzige Nationalmannschaft nach Bagdad traute. Das war in der Tat so.

Im Oktober 2008 haben wir die Initiative ergriffen und ein historisches Länderspiel zwischen Palästina und Jordanien in Ramallah organisiert. Das sind Beweise für die Stärke des Fussballs und auch dafür, dass er bei allen Politikern einhellige Anerkennung findet.

Die weltweite Fussballfamilie ist sich ihrer großen Verantwortung bewusst und geht daher mit gutem Beispiel voran. Derzeit testen wir gerade ein Computer-Programm, das unter der Bezeichnung 'Transfer Matching System' entwickelt wurde. Mit Hilfe dieser Software können wir sämtliche internationale Transfers in das EDV-System der FIFA einbinden. Sobald dieses System voll funktionsfähig ist - das wird nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 der Fall sein -, werden wir alle Transfers, Angebote und Nachfragen überprüfen und so jede Art von Betrugsversuchen wie Doppelverträge unterbinden können.

Ebenfalls größte Aufmerksamkeit widmen wir dem Kampf gegen Rassismus. Meiner Meinung nach genügt es nicht, gegen den jeweils "verantwortlichen" Klub eine saftige Geldstrafe zu verhängen. Wirksamer wäre eine Annullierung von Punktgewinnen in der Meisterschaft oder in den europäischen Wettbewerben, bis hin zum Ausschluss der betroffenen Mannschaft aus dem jeweiligen Wettbewerb oder Turnier. Derartige Sanktionen sind im Übrigen bereits in unserem Disziplinarkodex vorgesehen. Falls sie nicht zur Anwendung kommen, werden wir dieses Problem nicht lösen können.

Der FIFA Konföderationen-Pokal in Südafrika bot uns die Möglichkeit, jene Bereiche herauszufiltern, in denen noch Verbesserungsbedarf besteht. Dies gilt vor allem für die Transport- und Hotelkapazitäten. In Südafrika werden für die Dauer des FIFA WM-Turniers ca. 450.000 Besucher erwartet. Bis dahin muss gerade in diesen beiden Bereichen noch einiges nachgebessert werden. Dies umso mehr, da es sich um ein großes Land handelt, das eine Fläche umfasst, die der von Frankreich und Spanien zusammen entspricht, also weit über eine Million Quadratkilometer. Sicher, das System der Telekommunikation ist in Südafrika schon sehr weit fortgeschritten, aber selbst auf diesem Gebiet bleibt noch einiges zu tun! Doch Südafrika wird bereit sein!"