Am Donnerstag, 29. Januar, beendete FIFA-Präsident Joseph S. Blatter seine dreitägige Südamerika-Reise mit einem Besuch in Paraguay. In der Hauptstadt Asunción wohnte Joseph S. Blatter der Eröffnung des 61. ordentlichen Kongresses der Südamerikanischen Fussball-Konföderation (CONMEBOL) und der offiziellen Einweihung des Südamerikanischen Fussballmuseums bei.
Nach einem Treffen mit dem brasilianischen Staatspräsidenten Lula da Silva, das am Vormittag in Brasilia stattfand, reiste der FIFA-Präsident weiter nach Paraguay, um dort an der Eröffnungssitzung des CONMEBOL-Kongresses teilzunehmen. In einer Grußansprache an die Kongressteilnehmer, die er in spanischer Sprache hielt, hob Joseph S. Blatter den historischen Beitrag des südamerikanischen Kontinents zur Entwicklung des Fussballs hervor.
"Wenn wir über Fussball sprechen, dann trifft die Bezeichnung Alter Kontinent wohl eher auf Südamerika zu. Und in punkto Organisation und Durchführung von Wettbewerben gilt die CONMEBOL weltweit als Nummer eins", so Blatter unter dem Beifall der Kongressteilnehmer. "Bei den bislang 18 FIFA WM-Turnieren ging die WM-Trophäe neun Mal an ein Nationalteam aus dem Bereich der CONMEBOL. Das entspricht exakt der Hälfte aller bisher vergebenen WM-Titel!"
Darüber hinaus ging der FIFA-Präsident in seiner kurzen Rede auch auf eines der dringendsten Probleme im heutigen Fussball ein. "Es gilt, dem Exodus von jungen Spielern, die gerade mal 13, 14 oder 15 Jahre alt sind, nach Europa oder anderen Regionen Einhalt zu gebieten. Gerade die südamerikanischen Länder, allen voran Brasilien und Argentinien, sind hauptsächlich an solchen Transfers beteiligt. Wir müssen diese jungen Spieler entsprechend schützen und ihre allzu frühe Vermarktung verhindern. Eine konkrete Möglichkeit dazu bietet die Registrierung für Spieler ab einem Alter von acht bis neun Jahren, denn diese dient sowohl dem Schutz der jungen Fussballer und ihrer Ausbildungsklubs als auch dem Erhalt der nationalen Identität ihrer Klubmannschaften."
Und auch um die derzeit schwierige Situation, die von der weltweiten Finanzkrise ausgelöst wurde, machte Joseph S. Blatter keinen Bogen. "In diesem Moment, da die Welt eine wirtschaftliche Krise durchlebt, zeigt der Fussball seine wahre Größe, weil es sich dabei eben nicht nur um einen faszinierenden Sport, sondern auch um einen Teil der Gesellschaft, der Kultur und der Wirtschaft handelt. Wir wähnen uns nicht in dem Glauben, dass die aktuelle Krise nicht auch den Fussball beeinträchtigen würde. Diese Probleme sind nur dann zu bewältigen, wenn alle Solidarität üben, angefangen von den Wohlhabenden bis hin zu den Benachteiligten unserer Gesellschaft."
"Für den Fussball sind indes Lösungen in Sicht, denn es ist eine Sportart, die dank unseres einheitlichen Handelns gesunde Strukturen aufweist. Auch wenn wir nicht die Welt verändern können, so sind wir dennoch in der Lage, die Zukunft unserer Gesellschaft im positiven Sinne mit zu gestalten", so Blatter abschließend.
"Ein historisches Werk"
Nach seiner Grußrede vor dem CONMEBOL-Kongress besuchte Joseph S. Blatter in Begleitung des CONMEBOL-Präsidenten Nicolás Leoz (Paraguay), des paraguayischen Vizepräsidenten Federico Franco, des FIFA-Generalsekretärs Jérôme Valcke und des Ehrenpräsidenten der FIFA, João Havelange, das neue Museum des Südamerikanischen Fussballs. Das Gebäude mit seiner Gesamtfläche von 9.450 m² befindet sich am Rande der paraguayischen Hauptstadt und verfügt über eine Ausstellungsfläche von 1.500 m². Zu den Attraktionen des Museumsgebäudes zählen mehrere Film-Vorführräume mit insgesamt sieben Leinwänden sowie ein Kongresszentrum, das Platz für rund 2.000 Personen bietet.
"Mit der großzügigen Raumgestaltung dieses Museums möchte die CONMEBOL gegenüber der ganzen Welt demonstrieren, welch hohen Stellenwert der Fussball in Südamerika besitzt. Möge es als Beispiel für die weltweite Fussballfamilie dienen. Unser herzlichster Dank gilt allen Fussballverbänden, die ihren Beitrag zu diesem Bauwerk geleistet haben", betonte João Havelange.
"Dies ist ein historisches Werk", freute sich der FIFA-Präsident während seines Rundgangs durch das neue Museum, dem er bei dieser Gelegenheit eine Nachbildung des FIFA WM-Pokals als offizielles Geschenk überreichte. "Solche Trophäen werden eigentlich nur an die jeweiligen Titelgewinner ausgehändigt. Doch heute machen wir eine Ausnahme. Von nun an ist diese Nachbildung fester Bestandteil der südamerikanischen Fussballgeschichte", so Blatter bei der Übergabe.
