Auf dem Weg zu einer besseren Regelung internationaler Fussballtransfers hat die FIFA ein wichtiges Etappenziel erreicht. Im Rahmen der kontinuierlichen Einführung des Transferabgleichungssystems (TMS) stellte der schottische Fussballverband am Donnerstag, 8. Oktober, zugunsten des französischen Fussballverbands den allerersten elektronischen internationalen Freigabeschein aus. Die elektronische Ausstellung der internationalen Freigabescheine führt nicht nur zu einer Eindämmung der Papierflut, sondern auch zu einer Erleichterung und Beschleunigung des gesamten Verfahrens, ebenso zu mehr Transparenz im Transferwesen.

"Die FIFA hat die Pflicht, die Werte des Fussballs und die Integrität seiner Wettbewerbe zu schützen. Das Transferabgleichungssystem ist dabei ein wichtiges Instrument. Indem wir die Transfers transparenter machen, können wir Minderjährige besser schützen", betonte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

Ziel des Transferabgleichungssystems ist es zum einen, den Fussballbehörden zu mehr Angaben zu den einzelnen internationalen Transfers zu verhelfen, und zum anderen, die entsprechenden Transaktionen transparenter zu machen, womit das gesamte Transfersystem an Glaubwürdigkeit gewinnt. Bislang haben die nationalen Verbände der beteiligten Klubs die Transfers üblicherweise per Telefax abgewickelt.

"Das Transferabgleichungssystem revolutioniert die Verwaltung internationaler Fussballtransfers. Der rechtliche Rahmen bleibt zwar der gleiche, doch mit dem TMS werden alle internationalen Bewegungen von Spielern zentral erfasst und kontrolliert. Aus rechtlicher Sicht ist es eines der aufregendsten Projekte, die die FIFA je realisiert hat", erklärte Marco Villiger, Direktor des FIFA-Rechtsdiensts. "Der erste elektronische internationale Freigabeschein ist ein wichtiger Schritt hin zur vollständigen Einführung des TMS."

Das neue webgestützte System bietet den Klubs die moderne elektronische Technologie, die sie zur Bewältigung des stetig steigenden Transfervolumens benötigen. Das System sieht zudem vor, dass Banktransfers ausschließlich zwischen den beteiligten Klubs erfolgen dürfen.

Aktuell sind 108 Verbände (darunter alle 53 UEFA-Verbände) und 1.263 Klubs ins TMS integriert, über das bereits 4.312 Transfers abgewickelt wurden. Bis März 2010 werden auch die restlichen der 208 FIFA-Mitgliedsverbände ins System aufgenommen. Ab 1. Oktober 2010 sind für den Transfer von Berufsspielern nur noch elektronische internationale Freigabescheine zulässig, womit umfassende Transparenz gewährleistet ist.