Das Sportschiedsgericht (CAS) hat im Fall des brasilianischen Fussballers Matuzalem, der seinen Vertrag mit dem FC Shakhtar Donetsk aufgelöst hatte, sowie des FC Shakhtar Donetsk, Real Zaragoza SAD und der FIFA einen Entscheid erlassen. Darin verurteilte es Matuzalem wegen einseitigen Vertragsbruchs zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von EUR 11 858 934 an Shakhtar Donetsk.
Für die FIFA ist dieses Urteil wegweisend, da es das FIFA-Reglement klar stützt und die Vertragsstabilität im Fussball aufrechterhält.
Das Urteil bestätigt von Beginn an, dass Art. 17 des FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern kein Freipass für einen einseitigen Vertragsbruch ist, sondern einen vertragsbrüchigen Spieler seinem ehemaligen Klub gegenüber zu Schadenersatz verpflichtet.
Das CAS bestätigte in seinem Entscheid zudem, dass Art. 17 des erwähnten Reglements nicht als einfache Ausstiegsklausel für Spieler zu einem im Voraus berechenbaren Preis interpretiert werden kann. Dies ist eine wichtige Feststellung. Fussballspieler mit einem gültigen, laufenden Arbeitsvertrag haben damit keinen Fixpreis, für den sie auf dem Fussballmarkt angeboten werden können.
Das vorliegende Urteil zeigt im Gegenteil, dass der Schadenersatz bei einseitigem Vertragsbruch auf der Grundlage der konkreten Umstände im betreffenden Fall berechnet werden muss. Bei der Festlegung des vom Spieler zu zahlenden Schadenersatzes ist gemäß dem Urteil auch die Besonderheit des Sports zu berücksichtigen, was die FIFA für überaus wichtig und angemessen hält.
Das CAS-Urteil bestätigt im Weiteren die Solidarhaftung des neuen Klubs eines Spielers, der einen Arbeitsvertrag verletzt hat. Der neue Klub, im vorliegenden Fall Real Zaragoza SAD, haftet in jedem Fall solidarisch für die Zahlung des Schadenersatzes wegen Vertragsbruchs. Dabei ist unerheblich, ob er am Vertragsbruch beteiligt war oder den Spieler zum Vertragsbruch angestiftet hat.
Nach Würdigung des gesamten Urteils des CAS im Fall Matuzalem ist die FIFA erfreut, dass ihre Bemühungen zum Schutz der Vertragsstabilität im Fussball vom CAS gestützt werden. Denn gerade in dieser Frage ist es entscheidend, dass die FIFA als Vertreterin des Weltfussballs und das CAS am gleichen Strick ziehen.
