Letztes Wochenende veranstaltete die FIFA in Zürich ihre erste medizinische Konferenz. An der Veranstaltung nahmen mehr als 470 führende Funktionäre und Mediziner von FIFA-Mitgliedsverbänden aus aller Welt teil. Durch die Konferenz sollten Entscheidungsträger dazu bewogen werden, die globale Mission der FIFA für die Sicherheit und Gesundheit von Fussballspielern in ihre nationalen Programme zu integrieren.
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der die einleitenden und abschließenden Worte sprach, forderte die Abgesandten eindringlich dazu auf, die vom FIFA-Zentrum für medizinische Auswertung und Forschung (F-MARC) und der Medizinischen Kommission der FIFA vermittelten Erkenntnisse umzusetzen. Ziel sei einerseits die Prävention von Verletzungen im Fussball, andererseits aber auch die Gesundheit der Allgemeinheit. Die wegweisende FIFA-Initiative "Gesundheit dank Fussball" geht weit über den Fussballplatz hinaus und verfolgt Ziele wie die Prävention von ansteckenden und nicht ansteckenden Krankheiten, die vor allem in den Gemeinden der Entwicklungsländer verheerende Auswirkungen haben.
Diskussionsthemen des ersten Tages waren vor allem die Prävention des plötzlichen Herztods durch Gesundheitschecks vor Wettbewerben, die Altersbestimmung von Spielern, neue Strategien im Kampf gegen Doping, die Austragung von Spielen in großer Höhe sowie die Auswirkungen des Fastens auf das Spiel.
Die neuesten Daten und Erkenntnisse dieser Fachgebiete wurden unter der Leitung von Dr. Michel D'Hooghe (Vorsitzender der Medizinischen Kommission der FIFA und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees) und Professor Jiri Dvorak (Chefmediziner der FIFA und F-Marc-Vorsitzender) ausführlich dargelegt und diskutiert. Die Integration regelmäßiger Gesundheitschecks für einzelne Spieler in nationale Programme fand bei den Teilnehmern weitreichende Unterstützung.
Besonders interessant und unterhaltsam war auch eine Sitzung zur Prävention von Verletzungen, die nicht durch Kontakte mit dem Gegenspieler zustande kommen. Die deutsche Nationalspielerin Birgit Prinz sowie ehemalige Stars des internationalen Parketts wie Pavel Nedved (Tschechische Republik) und Lucas Radebe (Südafrika) veranschaulichten "Die 11+", ein von den F-MARC-Experten entwickeltes erfolgreiches Programm zur Verletzungsprävention. Durch dieses Programm können schwere Verletzungen erwiesenermaßen um 30 % gesenkt und Überlastungsverletzungen vermieden werden. Dadurch sind im Gesundheitswesen Kosteneinsparungen in Millionenhöhe denkbar.
FIFA-Schiedsrichter Martin Hansson (Schweden) erläuterte außerdem die wichtige Funktion, die Schiedsrichtern beim Schutz der Spieler auf dem Spielfeld zukommt. Das gilt insbesondere für Nachwuchsspieler.
Am zweiten Konferenztag gab es Präsentationen und Plenumsdiskussionen für Funktionäre, bei denen es um die Umsetzung der neuen Initiativen ging. Vertreter aus mehr als 170 Ländern kamen in diesem offenen Forum zu einem fruchtbaren Meinungsaustausch mit den Mitgliedern der Medizinischen Kommission der FIFA und F-MARC-Vertretern.
Die Kernpunkte der Konferenz wurden in vier praktischen Workshops mit folgenden Themenbereichen vertieft: Gesundheitscheck vor Wettbewerben; "'Die 11+' - ein komplettes Aufwärmprogramm zur Verletzungsprävention"; Kampf gegen Doping und Notfallmedizin im Fussball.

