Im Technischen Zentrum des Spanischen Fussballverbandes (RFEF) in Madrid trafen in den ersten zwei Septemberwochen die besten Trainer- und Schiedsrichterausbilder der FIFA im Männer- und Frauenfussball aus aller Welt zusammen.
Den Anfang machten vom 4. bis 6. September die Trainerausbilder im Männerbereich. In einer Eröffnungsfeier unter dem Vorsitz zweier FIFA-Vizepräsidenten - Angel Villar Llona (UEFA-Vizepräsident und Präsident des Spanischen Fussballverbandes) und Reynald Temarii (Präsident der Ozeanischen Fussball-Konföderation und Vorsitzender der FIFA-Kommission für Technik und Entwicklung) - wurden als vorrangige Ziele der Veranstaltung formuliert, dass sie eine Gelegenheit für den Erfahrungsaustausch, ein Forum zur Beurteilung von Ausbilderkandidaten und ein Ort der Weiterbildung zukünftiger Ausbilder sein solle.
Der Technische Direktor der FIFA, Jean-Michel Benezet, ergänzte: "Das Ziel des Seminars zum Männerfussball ist klar, denn es existieren eine Menge neuer Programme und mehr, die wir im Jahre 2009 gerne einführen würden."
Im Seminar, an dem die Technischen Direktoren von drei Konföderationen (AFC, CAF, OFC) teilnahmen, erfolgte auch eine Präsentation von Trainerlizenzen der Konföderationen AFC und CAF. Abdel Monem Hussein, der Technische Direktor der CAF, erklärte: "Diese Konferenz hat uns den Wert der Arbeit der weltweit tätigen Ausbilder und die Tatsache, dass die FIFA den Konföderationen zu Hilfe kommt, vor Augen geführt ."
Belhassen Malouche, FIFA-Instruktor und Berater aus Tunesien, war insbesondere von der Präsentation beeindruckt, die die spezifische Vorbereitung der spanischen Nationalmannschaften zum Thema hatte. "Besonders interessant waren ihre Philosophien zur Dynamik zwischen Spielern und Trainern, zum Auswahlsystem und zu ihrer Langzeitplanung" merkte er an. "Technisches Können, Persönlichkeit und Tempo sind das Entscheidende für sie. Ich habe ihr Team bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft gesehen, sie haben genau wie die A-Nationalmannschaft gespielt - und tatsächlich sind inzwischen Spieler von dort in die A-Nationalmannschaft aufgerückt."
Frauen im Mittelpunkt
Die Ziele des Seminars für die Trainerausbilder im Frauenfussball waren denen des Männerbereichs ähnlich: Beurteilung einer Gruppe von möglichen neuen Ausbildern, Informationsplattform für die neue Philosophie der FIFA zur Entwicklung des Frauenfussballs durch die Einführung neuer Programme sowie die Gelegenheit zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Hasan Al Sabah, stellvertretender Generalsekretär der Asiatischen Fussball-Konföderation und Leiter der Trainerausbildung, sah durch die Teilnahme der asiatischen Ausbilder einen großen Nutzen für die asiatische Region, gerade im Frauenfussball, der in letzter Zeit beträchtliche Fortschritte und große Erfolge vorweisen konnte (unter anderem den Gewinn der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2006 durch Korea DVR).
Hierzu bemerkte der neue FIFA-Ausbilder für Frauenfussball und aktuelle Nationaltrainer der Frauenauswahl Neuseelands, John Herdman: "Das war eine perfekte Veranstaltung für FIFA-Ausbilder. Trainer wünschen sich, mit den besten Ausbildern des Frauenfussballs zu arbeiten. Und dann noch eines der weltbesten Technischen Zentren des Fussballs vorgestellt zu bekommen, das war großartig."
Die neue Philosophie für die neuen Technischen Programme der FIFA führt aus, dass die FIFA in allen fussballerischen Angelegenheiten Vorbildfunktion einnehmen, die Programme der Konföderationen ergänzen und den technischen Bedürfnissen der Mitgliedsverbände entsprechen möchte.
Vorlesung für die Schiedsrichter
Dieselbe Philosophie galt auch für das dritte und letzte dreitägige Seminar für die Schiedsrichterausbilder. Vom 12. bis 14. September trafen sich in Madrid 14 neue Ausbilder des FIFA Schiedsrichter-Unterstützungsprogramms RAP sowie drei weibliche FIFA-Ausbilderinnen und zehn "Development Officers für Schiedrichterwesen" (RDO) zu diesem Seminar, das zwei Hauptziele verfolgte. Benezet fasst diese am besten zusammen: "RAP (das Schiedsrichter-Unterstützungsprogramm) ist ein neues FIFA-Programm, das aus zwei Teilen besteht. Das erste Ziel war, den Standard für Schiedsrichter für zukünftige internationale Wettbewerbe zu erhöhen, insbesondere für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010. Das zweite Ziel war die Einführung eines neuen Systems für Schiedsrichter, das in Zukunft auf Scouting und Weiterbildung basieren soll."
Bezüglich des ersten Ziels, der Verbesserung der Schiedsrichterausbilder, wurde der methodische Ansatz der FIFA angewendet. Der spanische Professor Guillermo Ballenato hielt eine sechsstündige Vorlesung über eine Methodik, die verstärkt auf die Kombination von Lehr- und Lernprinzipien mit praktischen Aktivitäten setzt. Der Vortrag kam bei den Teilnehmern allgemein sehr gut an.
Ein weiteres Hauptziel des Seminars war, in der Interpretation der Spielregeln und in der Analyse von Spielsituationen Einigkeit zu erzielen. Zur Festlegung der Kriterien für die Analyse von Situationen, die in Spielen auftreten können, wurde eine beträchtliche Anzahl von Videoausschnitten untersucht.
Während des Seminars wurden auch besondere Treffen mit den neuen RDOs abgehalten, um Richtlinien für die Hilfe und Unterstützung der Mitgliedsverbände bei der Entwicklung des Schiedsrichterwesens und bei der Organisation von Aktivitäten in ihren jeweiligen Regionen festzulegen. Zusätzlich arbeitete die Gruppe an der Organisation des Schiedsrichterwesens auf Ebene der Mitgliedsverbände. Benezet bemerkte abschließend: "Wir hoffen, dass dieses Seminar, wie alle unsere Initiativen, von großem Nutzen für die Entwicklung des Fussballs auf allen Ebenen sein wird."
