Der lang erwartete Anpfiff zur sogenannten F. League, der ersten Futsal-Liga in der Geschichte Japans, ist für Sonntag, den 23. September, vorgesehen. Die acht Gründungsmannschaften werden bis zum 17. Februar 2008 einundzwanzig Spieltage bestreiten. Die Fans in Japan können sich auf fast fünf Monate mit unterhaltsamem Futsal freuen. Die Gründung der Liga ist eine ganz natürliche Folge der wachsenden Popularität und Anerkennung dieser Sportart in Japan, wo die Fans darauf brennen, ihre Teams in Action zu sehen und den ersten Landesmeister zu feiern.

Obwohl Futsal schon seit geraumer Zeit in manchen Regionen Japans sehr populär ist, wurde noch nie der Versuch unternommen, eine landesweite Liga ins Leben zu rufen. Es gab bislang regionale Meisterschaften und landesweite Turniere, wobei die Rufe nach einer offiziellen Meisterschaft zuletzt immer lauter wurden. Vor diesem Hintergrund wurde schließlich die F. League gegründet, die mit ihrem Format von 21 Spieltagen große Erwartungen unter Fans wie auch Spielern geweckt hat.

In der ersten Saison werden ein Profi-Team und sieben Amateur-Mannschaften an den Start gehen. In Vertretung der verschiedenen Regionen Japans schreiben die folgenden Mannschaften Futsal-Geschichte: StellaAmigo Iwate Hanamaki, Bardral Urayasu, Pescadola Machida, Shonan Bellmare, Nagoya Oceans, Shriker Osaka, Deucao Kobe und Vasagey Oita. Alle Teams haben sich für exotische und klangvolle Namen entschieden, zum Teil beeinflusst durch die internationale Ausrichtung dieser Sportart, zum Teil auch inspiriert durch die Namen ihrer Heimatstädte.

Wenn man nach dem Favoriten auf den ersten Titel der F. League fragt, so setzen die meisten wohl auf Nagoya Oceans, 2006 als Japans erste professionelle Futsal-Mannschaft gegründet. Im letzten Jahre holten sie dann auch drei wichtige Trophäen. So gewannen sie die Tokai League, die regionale Champions League und ein rein japanisches Turnier. Mit ihrem großen Kader, erstklassigen Vereinseinrichtungen und einem großen Betreuerstab dürften die Oceans sicher das Maß aller Dinge sein.

Doch die anderen sieben Teams sind entschlossen, Nagoya das Leben so schwer wie möglich zu machen. Die besten Aussichten hat wohl Bardral Urayasu. Man verfügt nicht nur über mehr japanische Nationalspieler (frühere wie auch aktuelle) als jedes andere Team und ist der Verein mit der längsten Geschichte, sondern wird auch von Tomas Sito Rivera Amoros trainiert, einem ausgewiesenen Taktikfuchs mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der spanischen Liga.

Andere Teams haben ebenfalls ausländische Trainer verpflichtet, und die Vorbereitungen auf die Saison sind überall in vollem Gange. Keines der Team ist zu unterschätzen, denn sogar StellaAmigo, das als eine eher schwächere Mannschaft eingeschätzt wird, verzeichnete in den Freundschaftsspielen im Sommer einige beeindruckende Siege und könnte auch im Verlauf der Saison für einige Überraschungen sorgen.

Der Erfolg der Liga wird in erster Linie davon abhängen, wie unterhaltsam die Spiele sind und welches Niveau geboten wird. Niemand zweifelt an der enormen Popularität von Futsal in Japan, aber es bleibt abzuwarten, wie viele Zuschauer tatsächlich zu den Spielen kommen werden. Die Frage, ob die F. League bereit sei, sich dieser Herausforderung zu stellen, beantwortete der oberste Funktionär des zuständigen Verbandes Kuniya Daini auf einer Pressekonferenz am 23. August wie folgt: "Ich möchte, dass jedes der Teams sich in seiner Region verwurzelt. Ich hoffe auch, dass wir Leistungen bieten, die die Fans beeindrucken und ihnen einen Eindruck davon vermitteln, was die F. League ist."

Die Vereine stehen vor der Aufgabe, die Attraktivität des Futsal und die Dynamik und Begeisterung einer Top-Liga auch ihren Fans zu vermitteln. Falls sie damit Erfolg haben, wäre das schon die halbe Miete. Die F. League will darüber hinaus Fans aus dem ganzen Land in ihren Bann schlagen. Man wird deswegen nicht nur sieben Partien zu Hause und auswärts bestreiten, sondern auch sieben Mal auf neutralem Boden in den zentralen Regionen des Landes antreten.

Ein weiterer Pluspunkt der F. League ist der Umstand, dass der japanische Fussballverband und die japanische Futsal-Föderation die Liga gemeinsam unterstützen. So riefen sie im vergangenen Jahr gemeinsam die Öffentlichkeit auf, einen Namen für die neue Liga zu finden. Am Ende entschied man sich für einen einfach klingenden Namen, der jedoch viele Bedeutungen besitzt. F steht nicht nur für "Futsal" sondern auch für die fünf Schlüsselbegriffe "Fight", "Fun", "Friend", "Fairplay" und "Future", und außerdem für die Zahl "5", die mit Bezug auf die Anzahl der Spieler jeder Mannschaft im Logo der Liga zu finden ist.

Mit einem durchdachten Motto, einer Auswahl starker Mannschaften und gut vorbereitem Personal wartet die F. League auf den historischen Anstoß. Am 23. September (15.00 Uhr Ortszeit) rollt erstmalig der Ball zwischen Nagoya und Kobe im Tokyo Yoyogi National Gymnasium und das Spektakel kann beginnen.