Im Hauptsitz der FIFA in Zürich traf vom 13. bis 15. Mai 2009 die Crème de la Crème des Futsal zu einem Seminar zusammen, bei dem unterschiedlichste Aspekte dieser Sportart abgehandelt wurden. Einer der zahlreichen Teilnehmer war Venancio López, der neue Trainer der spanischen Nationalmannschaft, die bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Brasilien 2008 den zweiten Platz belegt hatte. Zwischen verschiedenen Versammlungen und Debatten bezüglich der Wettbewerbe, technischer Fortschritte, Schiedsrichter sowie Nachwuchs- und Frauen-Futsal nahm sich López einen Augenblick Zeit, um mit FIFA.com ein Interview zu führen.
Herr López, was ist der Zweck dieses Seminars?
Wir möchten die Grundlagen für ein zukünftiges Projekt legen. Und vor allem möchten wir festlegen, was Futsal zur Struktur der FIFA beitragen kann.
Welche Linie wird man nun verfolgen?
Zusammenfassend gibt es zwei wichtige Aspekte, die Futsal zur FIFA beitragen kann. Zum einen ist es das beste Instrument für die Ausbildung zukünftiger Spieler. Die Erfahrungen von Brasilien und Spanien, deren Nachwuchsmannschaften bei globalen Turnieren auf äußerst hohem Niveau spielen, zeigen deutlich, dass die besten Spieler von Beginn an Futsal praktiziert haben. Zum anderen ist Futsal eine neue Form, Spielerinnen und Spieler sowohl für den Fussball als auch für Futsal selbst zu begeistern und somit das Spektrum der FIFA zu erweitern.
Können Sie uns als Trainer sagen, warum Spanien ein Vorreiter dieser Sportart ist?
Alles ist auf eine gute Ausbildung zurückzuführen. Zunächst begann die Ausbildung von Trainern. In Spanien gibt es landesweit über 12.000. Danach wurden diese mit der Ausbildung der Spieler beauftragt. Die Nachwuchsarbeit in Spanien lässt sich mit jener in Brasilien vergleichen.
Was ist Ihr nächstes Ziel als Trainer der spanischen Nationalmannschaft?
Zum einen wollen wir im kommenden Jahr in Ungarn Europameister werden. Doch zum anderen wollen wir auch unsere grundlegende Struktur erweitern, um in Spanien weiterhin auf diesem hohen Niveau Futsal spielen zu können. Wir dürfen weder die Nachwuchs- noch die Frauen-Mannschaften vergessen.
Sie traten die Nachfolge des großen Trainers Javier Lozano an. Wie fühlt man sich in dieser Rolle?
Bevor ich dieses Amt antrat, war ich Assistent von Javier. Die Wahrheit ist, dass ich nur deshalb optimale Arbeitsbedingungen vorgefunden habe, weil zuvor großartige Arbeit geleistet worden war. Wir haben qualitativ hochwertige Spieler hervorgebracht. Nun müssen wir den nächsten Schritt tun und unser Niveau halten. Auch unsere Siegermentalität müssen wir auf den Nachwuchsbereich übertragen.
