Wenige Monate vor dem Beginn der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2009 haben sich zwei Veranstaltungen, die vom Fussballverband Omans in Zusammenarbeit mit der FIFA organisiert wurden, auf besonders erfolgreiche Weise mit dem Schwerpunkt Beach Soccer beschäftigt.
18 Trainer sowie 20 Schiedsrichter, davon zwei internationale Beach-Soccer-Schiedsrichter, nahmen vom 28. bis 31. August an einem Lehrgang teil, der ausschließlich dieser Sportart gewidmet war. Durch den Lehrgang führten der schweizerische Nationaltrainer Angelo Schirinzi sowie Schiedsrichter Mohammed Saeed Al-Shanasi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die den einheimischen Teilnehmern ihre Erfahrungen und Kenntnisse in ihrem jeweiligen Spezialgebiet vermittelten.
Unter den aufmerksamen Beobachtern befand sich auch Sayyid Khalid bin Hamed Albusaidi, Präsident des omanischen Fussballverbands, um die Veranstaltung zu eröffnen. "Die Idee, diese Veranstaltung zu organisieren, kam uns nach dem Sieg unserer Nationalmannschaft bei den erstmals ausgetragenen Asian Beach Games in Bali", erklärte der oberste Vertreter des omanischen Fussballs. "Wir konnten die Goldmedaille mit einer Mannschaft gewinnen, die erst wenige Wochen zuvor zusammengestellt wurde, denn bisher gab es noch keinerlei Infrastruktur für diesen Sport. Das hat uns vor Augen geführt, über was für ein Potenzial wir in dieser Disziplin verfügen, und wir beschlossen, die omanischen Schiedsrichter und Trainer weiterzubilden. Dabei stand uns die FIFA mit Rat und Unterstützung zur Seite."
Theorie und Praxis
Ein weiterer Spezialgast war der marokkanische Nationalspieler Mustapha El Hadaoui, der unter anderem an den FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 1986 und 1994 teilnahm und heute Trainer der marokkanischen U-20- sowie der Beach-Soccer-Nationalmannschaft ist. El Hadaoui kam gerne nach Oman, das er aus seiner aktiven Zeit gut kennt, um seine Erfahrungen weiterzugeben. "Oman hat ideale Bedingungen für diesen Sport. Neben den vielen Stränden gibt es in diesem Land bereits eine große Fussballkultur", sagte der ehemalige Nationalspieler zu FIFA.com. "Meine Aufgabe - wie die der anderen Ausbilder - besteht darin, meine Kenntnisse in dieser Disziplin einzubringen, vor allem in den Bereichen Technik, Trainingslehre und Spielsystem."
Damit die neu erworbenen Kenntnisse auch so schnell wie möglich in die Praxis umgesetzt werden konnten, folgte direkt im Anschluss an den Lehrgang - am 1. und 2. September - ein Beach-Soccer-Turnier, in dem jeder der Trainer eine der teilnehmenden Mannschaften betreute. Es versteht sich von selbst, dass die Spiele von den 20 Unparteiischen geleitet wurden, die sich bei diesem Lehrgang weitergebildet hatten. "Nach zwei Tagen Theorie an der Tafel sind wir zur Praxis am Strand übergegangen", erzählte El Hadaoui. "Während des Lehrgangs waren die Teilnehmer sehr aufnahmebereit, und sie haben anschließend alles, was wir ihnen zu vermitteln versucht haben, sofort angewendet."
Lernen und Spielen
Insgesamt kamen 40 Mannschaften zu diesem Wettbewerb, und auch mehrere Akteure der omanischen Nationalmannschaft waren mit von der Partie und verteilten sich auf die verschiedenen Teams. Um dieses Turnier und darüber hinaus die Entwicklung des Beach Soccer in Oman zu unterstützen, steuerte die FIFA zwei Beach-Soccer-Felder bei (Tore, Pfosten, Linien und Stangen). Wegen des Ramadans fanden die Partien zwischen 21:00 Uhr und 03:00 Uhr morgens statt, eine gängige Praxis in den gut 30 Fussballturnieren, die während dieser Zeit in der Region stattfinden. Das Turnier wurde mitten in der Nacht unter den Klängen einheimischer Musiker beendet. Am Rande sei noch bemerkt, dass der Gewinner eines der Teams war, die von einem Teilnehmer des FIFA-Kurses betreut wurden.
Der Präsident des omanischen Fussballverbands war von diesem Doppel-Ereignis begeistert und hofft nun, dass diese Kombination von Lernen und Spielen seinem Sultanat dabei hilft, in dieser Sportart zu einer Großmacht zu werden. "Wir verfügen über 1.700 Kilometer an Stränden und viele Omaner spielen in ihrer Freizeit täglich Beach Soccer", betonte er nach dieser ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Woche. "Da es keinen Rasen gibt, ist der Sand unser natürlicher Spieluntergrund geworden. Es gibt ein enormes Entwicklungspotenzial für Beach Soccer im Land, und dies könnte allen Aspekten des omanischen Fussballs, der letztlich Priorität bleibt, zugute kommen."
Der nächste Schritt in diesem Projekt ist die Ausrichtung der kommenden Asia Beach Games 2010. Nach der Goldmedaille im Beach Soccer 2008 wird dieses Ereignis das Engagement des Landes und seines Verbands für diese Disziplin sicherlich weiter verstärken.

