Der FIFA-Rat hat heute Dienstag, 9. Mai 2017, bei seiner Sitzung in Manama (Bahrain) diverse Angelegenheiten behandelt, über die zum Teil auch der 67. FIFA-Kongress am Donnerstag, 11. Mai, befinden wird.

Das Strategieorgan der FIFA fasste wichtige Beschlüsse zur Zukunft der FIFA-Wettbewerbe, insbesondere der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™.

- Bewerbungsvorgaben für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™

Der FIFA-Rat gab seine Unterstützung für eine Reihe von Grundsätzen, die die FIFA-Administration für das Verfahren zur Wahl des Ausrichters der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ vorgelegt hat. Dazu gehörten auch eine Übersicht über die Punkte, die die Bewerbungsdossiers der Mitgliedsverbände beinhalten müssen, und die wichtigsten Veranstaltungsvorgaben, wie Stadion- und Infrastrukturvorgaben,
nachhaltiges Veranstaltungsmanagement, Menschenrechte und Umweltschutz oder Einzelheiten zu den erforderlichen Regierungsbestätigungen, dem Organisationsmodell und den Regelungen zur Schaffung eines Nachhaltigkeitsfonds. Die Mitgliedsverbände, die sich für das Bewerbungsverfahren anmelden, erhalten eine vollständige Fassung der Bewerbungsvorgaben.

- Antrag des kanadischen, des mexikanischen und des US-amerikanischen Fussballverbands an den 67. FIFA-Kongress

Nach der Genehmigung des Bewerbungsverfahrens, der Bewerbungsvorgaben und der Veranstaltungsstruktur für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ hat sich der FIFA-Rat auf den Wortlaut geeinigt, den er dem FIFA-Kongress zur Abstimmung vorlegt:

"Auf der Grundlage eines speziellen, vom Rat erlassenen Reglements legt die FIFA-Administration ein Bewerbungsverfahren fest, das zunächst nur Mitgliedsverbände der CAF, CONCACAF, CONMEBOL und OFC einlädt, bis 11. August 2017 Bewerbungen für die Ausrichtung der Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ einzureichen. Der 68. FIFA-Kongress wird die Bewerberverbände bestimmen.

Sollte der 68. FIFA-Kongress die Bewerberverbände nicht bestimmen, wird die FIFA-Administration weitere Mitgliedsverbände (einschließlich der Verbände der AFC und der UEFA, aber ausschließlich der Verbände, die bereits eine Bewerbung eingereicht haben) einladen, Bewerbungen für die Ausrichtung der Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ einzureichen. In diesem Fall würde der Ausrichter beim FIFA-Kongress 2020 bestimmt."

- Aufteilung der Startplätze ab der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™

Der Rat genehmigte die vom Ratsausschuss bei dessen Sitzung am 30. März 2017 empfohlene Aufteilung der Startplätze für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ab der Ausgabe 2026*:

· AFC: 8,5 Startplätze

· CAF: 9,5 Startplätze

· CONCACAF: 6,5 Startplätze
  
· CONMEBOL: 6,5 Startplätze

· OFC: 1,5 Startplätze

· UEFA: 16 Startplätze

Die beiden verbleibenden Startplätze werden sechs Teams bei einem internationalen Play-off-Turnier ausspielen.

* Das Gastgeberland würde sich ebenfalls direkt für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ qualifizieren, wobei sein Startplatz dem Total der Startplätze, die der jeweiligen Konföderation zustehen, abgezogen würde. Bei einer Austragung in mehreren Ländern würde der FIFA-Rat darüber entscheiden, wie viele der Gastgeberländer automatisch qualifiziert wären.

Weitere wichtige Themen:

- Kandidaten für die Rechtsorgane, die Audit- und Compliance-Kommission und die Governance-Kommission

Der FIFA-Rat hat dem 67. FIFA-Kongress eine Liste mit Kandidaten für die beiden Kammern der unabhängigen Ethikkommission, die Disziplinarkommission, die Berufungskommission, die Audit- und Compliance-Kommission sowie die Governance-Kommission vorgelegt. Die Kandidaten werden dem FIFA-Kongress en bloc zur Wahl für eine Amtszeit von jeweils vier Jahren mit sofortiger Wirkung vorgelegt.

- Änderungsvorschläge für die FIFA-Statuten

Der FIFA-Rat hat beschlossen, eine Arbeitsgruppe zur allgemeinen Überarbeitung und Verbesserung der FIFA-Statuten zu bilden, ehe er dem FIFA-Kongress Änderungsvorschläge vorlegt. Folglich wird beim 67. FIFA-Kongress nicht über Änderungsvorschläge für die FIFA-Statuten abgestimmt. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe wird vom Ratsausschuss bestimmt und zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

- Aufhebung des Verbots für internationale Spiele im Irak

Der Rat hat beschlossen, das Verbot für internationale Freundschaftsspiele an drei Spielorten (Erbil, Basra und Karbala) aufzuheben, sofern die Situation stabil bleibt und an diesen Orten bestimmte Anpassungen vorgenommen werden. Da die Angelegenheit in die Zuständigkeit des Rats fällt, muss der Kongress nicht mehr darüber abstimmen.

- The Best FIFA Football Awards 2017™

Der FIFA-Rat beschloss, die zweite Ausgabe der offiziellen Preisverleihung des Weltfussballs am 23. Oktober 2017 in London durchzuführen. Bei dieser Show werden die Weltbesten des Fussballs der Saison 2016/17 ausgezeichnet.

- Bericht des Vorsitzenden der FIFA-Kontrollkommission Israel/Palästina

Nach dem Bericht des Vorsitzenden der FIFA-Kontrollkommission Israel/Palästina, Tokyo Sexwale, gibt der FIFA-Rat zu bedenken, dass es für einen Beschluss durch den FIFA-Kongress zu diesem Zeitpunkt noch zu früh wäre.

- Zwischenbericht zur laufenden Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung

Der FIFA-Rat zeigte sich ob der jüngsten aufsehenerregenden rassistischen Vorfälle besorgt und betonte, dass die Mitgliedsverbände und Schiedsrichter bei rassistischen Vorfällen konsequent gemäß dem dreistufigen Protokoll handeln sollten, wonach der Schiedsrichter zunächst das Spiel unterbricht und den Stadionsprecher bittet, die Zuschauer aufzufordern, mit dem rassistischen Verhalten aufzuhören. Danach unterbricht er das Spiel solange, bis das rassistische Verhalten ohne weitere Stadiondurchsage aufhört. Ansonsten bricht er das Spiel ab.