Das IFAB (International Football Association Board) hat einen bedeutenden Schritt in Richtung der Aufnahme von Versuchen mit Videotechnik für Spieloffizielle eingeleitet.

Der Vorstand des IFAB hat bei seiner Jahresgeschäftssitzung am Donnerstag, 7. Januar, im Royal Garden Hotel in London eine nachdrückliche Empfehlung dafür ausgesprochen, bei der 130. Jährlichen Generalversammlung vom 4. bis 6. März in Cardiff (Wales) grünes Licht für die Aufnahme entsprechender Versuche zu geben.

Die Vorschriften für derartige Versuche wurden heute analysiert und sollen noch vor der jährlichen Generalversammlung fertiggestellt werden. Damit wäre der Weg für die Aufnahme von Feldversuchen bereitet, die unmittelbar nach Festlegung der Rahmenbedingungen und der Zeitplanung beginnen könnten. Mehrere Fussballverbände und Organisatoren von Wettbewerben haben bereits ihr Interesse bekundet, entsprechende Versuche durchzuführen.

Entscheidend für die Erarbeitung der Vorschriften war das Feedback des Fussball-Beratungsgremiums und des Technik-Beratungsgremiums. Diese Gremien waren 2014 eingerichtet worden, um das IFAB vor Entscheidungen fachlich zu unterstützen. Damit soll die Weiterentwicklung der Spielregeln für die weltweite Fussballgemeinde verbessert werden.

Die Mitglieder wurden zudem über den aktuellen Status bei der Einführung eines Qualitätsprogramms für elektronische Leistungs- und Aufzeichnungssystem informiert Die Beratungen mit den wichtigsten Projektbeteiligten (Ligen, Klubs, Nationalmannschaften, FIFPro und Industrievertretern) werden fortgesetzt. In einigen Monaten soll dem IFAB ein erster Entwurf für einen weltweiten Standard vorgelegt werden. Dieser enthält definierte Mindestanforderungen in Bezug auf den Schutz der Spieler und den Datenschutz sowie einen Hochqualitätsstandard für den Einsatz im professionellen Bereich mit Schwerpunkt auf den Leistungsanforderungen an die Systeme.

Das IFAB beschäftigte sich auf der Jahresgeschäftssitzung auch mit einer umfassenden Revision der Spielregeln, die "benutzerfreundlicher" gestaltet werden sollen. Die Neufassung zeichnet sich durch Verbesserungen in Bezug auf Struktur, Layout, Terminologe, Formulierung und Konsistenz aus. Gleichzeitig wird der Umfang nahezu halbiert und auch dadurch das allgemeine Verständnis der Spielregeln verbessert. Nach Verabschiedung durch die Generalversammlung im März wird die Auflage 2016/2017 der Spielregeln all diese Veränderungen umfassen. Es handelt sich um die umfassendste Revision der Spielregeln in der Geschichte des IFAB.

Zu den weiteren heute behandelten Themen gehörten die so genannte "Dreifachbestrafung", die Einführung von Strafbänken und die "Regel 3 – Zahl der Spieler". Diese Themen werden bei der Generalversammlung weiter diskutiert.

Den Vorsitz bei der heutigen Sitzung führte Jonathan Ford, Chief Executive des Fussballverbandes von Wales. Zu den Teilnehmern gehörten der amtierende FIFA-Generalsekretär, die Chief Executives der anderen britischen Fussballverbände, der IFAB-Sekretär sowie Experten für Technik und Schiedsrichterwesen.