Drin oder nicht drin? Die Frage, ob der Ball nun die Torlinie überquert hat oder nicht, müssen die Schiedsrichter bald nicht mehr ohne technische Hilfsmittel treffen. Basierend auf den Testergebnissen der neun Monate andauernden Tests in England, Deutschland, Ungarn und Italien entschied das International Football Association Board (IFAB) am 5. Juli auf einer Sondersitzung in Zürich, die Torlinientechnologie im Fussball einzuführen. Nachdem bei den ersten Tests acht Unternehmen ihre Technologien prüfen ließen, verblieben zum Schluss mit Hawk-Eye und GoalRef noch zwei Systeme, die nun die Möglichkeit haben, FIFA-Lizenznehmer für Torlinientechnologie zu werden.

Das GoalRef-System - Magnetfeld-Technologie
Das GoalRef-System ist vergleichbar mit einer Funk-Lichtschranke. Rund um das Tor werden schwach magnetische Felder erzeugt. Sobald der Ball, ausgestattet mit einer kleinen elektronischen Vorrichtung, die Torlinie vollständig überquert hat, wird dies durch kleinste Veränderung des magnetischen Feldes erkannt. Die Position des Balles kann damit exakt bestimmt werden. Die Information, dass es sich um ein Tor handelt, wird dann über ein Funksignal innerhalb einer Sekunde an die Schiedsrichter weitergegeben. Mit einem Vibrationsalarm und einer Anzeige auf den Uhren erhalten die Schiedsrichter diese Nachricht.

Das Hawk-Eye-System - Torkamera-Technologie
Das Hawk-Eye-System arbeitet mit sechs bis acht Hochgeschwindigkeitskameras je Tor, die aus verschiedenen Winkeln das Spielfeld erfassen und die exakte Position des Balles berechnen können. Die Daten der Kameras werden an eine Videosoftware übertragen. Das System generiert aus diesen Daten ein grafisches Bild (3D) der Flugbahn des Balles. Den Schiedsrichtern wird die Information - Tor oder nicht Tor - innerhalb einer Sekunde zur Verfügung gestellt.

Das FIFA-Lizenzierungsverfahren
Die Hersteller von Torlinientechnologien können sich ab sofort bei der FIFA bewerben, um eine Lizenz zur Installation ihrer Technologie zu erhalten. Hierbei müssen sich die angebotenen Technologien eingehend nach bestimmten Leistungskriterien in Labor- und Feldtests sowie in simulierten Spielsituationen testen lassen.

Nach einem bestandenen Systemtest sowie der Erfüllung der Bewerbungsanforderungen erfolgt die Aufnahme in das Lizenzierungsprogramm. Sobald die Verträge mit der FIFA unterzeichnet sind, erhalten die Hersteller die offizielle Erlaubnis, ihre Torlinientechnologien weltweit zu installieren.

Nach der Installation im Stadion erfolgt eine finale Abnahme der Technologie mit dem Ziel, die Funktionalität des Systems zu bestätigen. Die Testergebnisse des finalen Installationstests müssen vom Kunden des Lizenznehmers, z. B. dem Wettkampforganisator, dem Verein oder dem Stadionbesitzer, abgenommen und das System freigegeben werden.

Sobald der FIFA alle unterzeichneten Dokumente vorliegen und diese geprüft wurden, erhält die Installation das FIFA QUALITY PRO Siegel und wird auf www.FIFA.com/QUALITY gelistet. Die Torlinientechnologie darf nun bei offiziellen Spielen zum Einsatz kommen.

Weitere Spezifikationen zum Lizenzierungsverfahren sind in dem entsprechenden PDF-Dokument auf der rechten Seite zu finden.