Das IFAB ist das universelle Entscheidungsgremium für die Fussball-Spielregeln. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Fussballregeln innerhalb des von der FIFA organisierten Weltfussballs zu bewahren, zu formulieren und anzupassen. Dazu gehört auch die Gewährleistung, dass die Spielregeln weltweit einheitlich angewendet und dies entsprechend überwacht wird, und dass der organisierte Fussball auf Grundlage konstanter Prinzipien ausgeübt wird.

Das IFAB besteht aus den vier britischen Fussballverbänden (England, Schottland, Wales und Nordirland) und der FIFA. Dennoch kann jeder nationale Fussballverband und jede Konföderation Änderungen der Fussball-Spielregeln über eines der IFAB-Mitglieder vorschlagen.

Anregungen oder Vorschläge zu Änderungen der Fussball-Spielregeln, Anträge für Tests und Experimente mit veränderten Regeln und andere Themen, die bei der nächsten jährlichen Generalversammlung diskutiert werden sollen, müssen dem Sekretariat des IFAB (secretary@theifab.com) spätestens bis 1. November des vorangehenden Jahres in schriftlicher Form zugehen. Für Änderungen an den Fussball-Spielregeln auf einer jährlichen Generalversammlung ist eine Dreiviertel-Mehrheit der anwesenden und stimmberechtigten Vertreter notwendig. Die britischen Verbände haben je eine Stimme, die FIFA hat vier Stimmen.

Die jüngste Reform des IFAB
Der 2012 begonnene Reformprozess des IFAB umfasste eine eingehende und detaillierte Überprüfung der Aktivitäten, Verfahren und Organisationsstrukturen des IFAB. Auf seiner 127. Generalversammlung am 2. März 2013 beschloss das IFAB die Bildung zweier neuer Beratungsgremien, nämlich eines  Technik-Ausschusses und eines Fussball-Ausschusses, besetzt mit Interessensvertretern aus der gesamten Welt des Fussballs. Damit wurde die IFAB-Reform eingeleitet, die am 13. Januar 2014 nach 14 Monaten intensiver Arbeit abgeschlossen werden konnte. Das IFAB gründete sich in diesem Rahmen als eigenständige Organisation gemäß schweizerischem Recht und beschloss eigene Statuten.

Die Zusammensetzung des IFAB selbst – bestehend aus den vier britischen Verbänden und der FIFA – blieb dabei unverändert. Die beiden neuen Beratungsgremien sollen die Beratungsprozesse verbessern und einen stärker proaktiv geprägten Ansatz fördern, wobei eine größere Anzahl von Anspruchsgruppen aus aller Welt die Möglichkeit erhält, neue Ideen einzubringen. Zur Verbesserung von Transparenz, Verantwortlichkeit und Zugänglichkeit wurden unter Führung des Sekretärs des IFAB zusätzliche Berichte an den Vorstand eingeführt.

Jährliche Generalversammlung
Die ordentliche Sitzung der Generalversammlung findet jeweils im Februar oder März gemäß einem strikten Rotationsprinzip in England, Schottland, Wales und Nordirland statt. In den Jahren, in denen eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ stattfindet, entscheidet die FIFA über den Versammlungsort (normalerweise Zürich). Die Entscheidungen der jährlichen Generalversammlung des IFAB bezüglich der Spielregeln sind ab 1. Juni nach der Generalversammlung für die Konföderationen und Mitgliedsverbände bindend. In Konföderationen und Mitgliedsverbänden, in denen die laufende Saison oder ein Turnier bis 1. Juni noch nicht beendet ist, kann die Umsetzung beschlossener Änderungen bis zum Beginn der nächsten Saison oder bis zum Abschluss des betroffenen Turniers aufgeschoben werden. Änderungen der Spielregeln durch Konföderationen oder Mitgliedsverbände sind ohne Zustimmung des IFAB nicht möglich.

Jährliche Geschäftsversammlung
Die jährliche Geschäftsversammlung, die jeweils im November stattfindet, dient der Vorbereitung der nächsten jährlichen Generalversammlung. Die Geschäftsversammlung kann über allgemeine Geschäftsfragen beraten und entscheiden, die dem IFAB von einem der Kontinentalverbände oder von einem der 209 nationalen Mitgliedsverbände der FIFA vorgelegt werden. Diese Versammlung hat jedoch nicht die Vollmacht, die Spielregeln zu ändern. Mögliche Regeländerungen können zur Abstimmung oder zur weiteren Diskussion in die Tagesordnung der jährlichen Generalversammlung aufgenommen werden.

Geschichte
Die erste IFAB-Sitzung fand am 2. Juni 1886 auf Anregung des englischen Fussballverbands (FA) statt, und es nahmen je zwei Vertreter der vier Verbände im Vereinigten Königreich teil (England, Schottland, Wales und Nordirland). In einer Zeit, in der sich je nach Spielort die Regeln voneinander unterschieden,  avancierte das IFAB im Wissen um die Notwendigkeit einer Standardisierung zum Hüter der grundlegenden Spielregeln des Fussballs. Sein Ziel: die Spielregeln bewahren, überprüfen, sie studieren und gegebenenfalls modifizieren.

Der Fussball gewann in den folgenden Jahren weltweit rasant an Beliebtheit und im Mai 1904 schlossen sich in Paris sieben Länder zur Fédération Internationale de Football Association (FIFA) zusammen. Der englische Fussballverband trat der FIFA 1906 bei, und die FIFA ihrerseits wurde 1913 Mitglied des IFAB.

Die Fussball-Spielregeln
Die Abseitsregel, zweifellos die konfliktreichste Regel, wurde bereits bei der Verfassung des ersten Regelwerks 1863 eingeführt. Damals lautete die Regel indes so, dass jeder Spieler, der sich vor dem Ball befand, im Abseits stand. Ende der 1860er-Jahre formulierte der englische Fussballverband FA die so genannte "Drei-Spieler-Regel", nach der ein Spieler nur dann im Abseits steht, wenn sich weniger als drei Verteidiger zwischen ihm und dem Tor befinden. Durch diese Regeländerung konnte sich nach und nach das Passspiel entwickeln. Erst im Jahr 1925 wurde die Regel erneut geändert und die Anzahl der Verteidiger auf zwei reduziert.

Den Fünfmeterraum gibt es seit 1896. Eckstöße wurden 1872 eingeführt und der erste Strafstoß wurde 1891 verhängt. Bis 1902 konnten Strafstöße von einem beliebigen Punkt auf einer Linie in elf Metern Entfernung vom Tor ausgeführt werden

Die Anzahl der Tore pro Spiel erhöhte sich ab 1912, als den Torhütern verboten wurde, außerhalb des Strafraums die Hände zu Hilfe zu nehmen. 1920 wurde die Abseitsregel bei Einwürfen abgeschafft.

Langsam aber sicher veränderte das IFAB das Spiel selbst und auch die Mentalität der Spieler und der Zuschauer. Das nach der WM 1990 eingeführte Verbot für die Torhüter, einen bewusst gespielten Rückpass mit der Hand aufzunehmen, oder die Entscheidung von 1998, die Grätsche von hinten in die Beine des Gegners mit Rot zu ahnden, sind dafür gute Beispiele.

Im Oktober 2010 beschloss das IFAB auf seiner jährlichen Geschäftsversammlung die Aufnahme der Torlinientechnologie in die Fussball-Spielregeln erneut zu überdenken. Nach einer zweijährigen Testphase und der Festlegung eines strengen Lizenzierungsverfahrens traf das IFAB dann im Juli 2012 die historische Entscheidung, die Nutzung der Torlinientechnologie prinzipiell zuzulassen. 

Eine weitere wichtige Entscheidung des IFAB war die Genehmigung des Tragens von Kopftüchern, zunächst während einer Testphase.

Weitere Informationen über das IFAB werden in Kürze (unter www.theifab.com) bereitgestellt, darunter auch eine umfassende Erläuterung des IFAB und seiner Verwaltung, die Fussball-Spielregeln und weitere offizielle Dokumentationen und Mitteilungen.