Das Home of FIFA ist der Sitz des Weltfussballverbands. Das außergewöhnliche Bauwerk der Schweizer Architektin Tilla Theus ist damit symbolisch auch das Zuhause der internationalen Fussballgemeinschaft, sprich der 209 Mitgliedsverbände und der weltweit über 270 Millionen Spielerinnen und Spieler, Trainer, Schiedsrichter und anderen Beteiligten.

Administrations-, Ausbildungs-, Konferenz-, Logistik sowie Sportzentrum in einem, beeindruckt das Gebäude mit der Harmonie, mit der es sich in seine parkartige Umgebung einfügt. Aus Respekt vor der Umgebung wurden die Leerflächen im Wald und die Erholungszonen belassen. Ausgangspunkt waren Vision und Wunsch der FIFA, Nachhaltigkeit, Flexibilität sowie Energieeffizienz in wegweisender Form zu fördern und umzusetzen. Das Home of FIFA beeindruckt mit seiner Grosszügigkeit, seiner Transparenz und seiner schwebenden Eleganz. Die Wände mit ihrem gewollten Schwung und die Umhüllung des Gebäudekörpers mit schräg verdrehten Netzen aus Aluminiumbahnen sorgen, dem Fussball gleich, auf allen Seiten für Bewegung und bieten gleichzeitig einen raffinierten Sonnenschutz.

Der repräsentative Charakter des Home of FIFA wird durch die Auswahl und Verwendung schlichter und zugleich edler Materialien unterstrichen. Ihre hochwertige Wirkung und Ausstrahlung erlangen sie durch ihre Eigenschaften und vor allem auch durch die kunstvolle handwerkliche Bearbeitung.

Die Einteilung des Gebäudes folgt funktionalen Prinzipien. Im Kopfteil sind die Eingangshalle, das Auditorium, die Büros der Führung und unterirdisch die Konferenzräume untergebracht, im Körperteil die Büros sowie in den Untergeschossen Tiefgarage, Lagerräume und sonstige Infrastrukturbereiche.

Die Eingangshalle öffnet sich mit den Aufenthaltszonen zum Innenhof und den seitlichen Außenräumen sowie zum Park und zu den Spielfeldern. Ihre Qualität ist die Großzügigkeit mit dem gestaltenden Element der Leere. Einzelne sollen sich aufgenommen fühlen, viele räumlich nicht bedrängt.

Der Park: Spiel der Kontinente. Hauptelement der Außenraumgestaltung ist eine parkähnliche Landschaft im Süden und Westen des Gebäudes, die sich durch Stellen dichter Waldvegetation im Wechsel mit offenen Wiesenbereichen und Lichtungen auszeichnet. Erschlossen ist sie von einem verschlungenen Fußweg, der durch unterschiedliche Pflanzenwelten führt und immer neue Ein- und Ausblicke auf die Anlage und die angrenzende Umgebung gewährt.

Die Parklandschaft verbindet heimische und exotische Vegetation und widerspiegelt damit die Tätigkeit der FIFA als internationaler Dachverband und Organisatorin weltweiter Sportveranstaltungen.

Vertreten sind Pflanzen aus allen sechs "Fussballkontinenten". Für Afrika steht eine der Savanne nachempfundene Landschaft, für Asien ein Blütenhain. Kräftige Gehölzgruppen aus Bäumen mit strauchigem Unterwuchs erheben sich in einer hochgewachsenen Graslandschaft, die Ozeaniens Buschland darstellt. Eine Vegetation wie in einem Bergwald repräsentiert Südamerika und den wechselvollen Charakter seiner Landschaft zwischen Robustheit und Exotik. Europa findet sich im höhengestaffelten, heimischen Waldrand aus Sträuchern und Kleinbäumen wieder, der den bestehenden, angrenzenden Wald auf das Gelände der FIFA erweitert und das Areal durch die Aufhebung der vorhandenen visuellen Grenzen in die Landschaft einbindet. Das Vegetationsthema setzt sich auch im begrünten, nicht begehbaren Innenhof fort. Markanter Blickfang im Sichthof sind dort acht Skulpturen in Form alter Baumriesen, die aus einem grünen Moos- und Farnteppich herausragen und für den nordamerikanischen Nebelwald stehen.

Das eigentliche Herz des Baus befindet sich im dritten Untergeschoss. Wasser und Licht sind dort, wie auch in der Eingangshalle, bewusst gewählte Elemente, die den Konferenzbereich als das eigentliche Nervenzentrum der FIFA verdeutlichen. Der große Sitzungssaal, wo das Exekutivkomitee und die Ständigen Kommissionen tagen, wird durch einen großen, einer Arena nachempfundenen Kristallleuchter erhellt. In der Mitte des Raumes, im Boden aus Lapislazuli eingelassen, befindet sich der Grundstein des Home of FIFA. Er besteht aus einem Betonkubus, der einen überdimensionierten Fussball umfasst, in dem Säcke mit Erde aus den Ländern aller FIFA-Verbände und weitere Andenken für die Nachwelt enthalten sind.

Unmittelbar daran schließt der Andachtsraum mit seinem leuchtenden, sich nach oben ausweitenden Onyxkörper an, der Angehörigen aller Religionen Gelegenheit zur Meditation und Besinnung gibt. Im Gebäudekörper, der mit fünf Untergeschossen tief im Boden verankert ist, erlangen Licht und Beleuchtung entscheidende Bedeutung. In den Treppenhäusern unterstützen Lichtmäander die dynamische Bewegung des Treppensteigens und tauchen den harten Steinkern aus brasilianischem Granit in ein weiches Licht. Die Liftkabinen gleiten als Leuchtkörper durch die Kerne der Trägertürme.

Die Korridore mit ihren Chromstahlstützen geben der langgezogenen Form des Gebäudekörpers Struktur und Licht. Mit den Durchschüssen, die gleichzeitig Teil eines künstlerischen Beleuchtungskonzepts des Amerikaners James Turrell sind, ist für eine sichere Orientierung gesorgt. Jeder Korridor, ob längs oder quer, führt ans Licht mit freiem Blick in die Umgebung. An ihren Enden münden die Gänge in großzügige, teilweise auch doppelgeschossige Lounges. Neben dem je nach Schnitt und Bearbeitung Grau oder Schwarz des brasilianischen Granits und dem Blau der ebenfalls aus Brasilien stammenden Lapislazuliplatten setzen auch kräftige und frische Farben zwischendurch Akzente, so in der Cafeteria, dem zentralen Anlaufpunkt für die Mitarbeiter in den Pausen, oder in der Tiefgarage mit den Stellflächen für die Logistik und Fahrzeuge. Mit dem Auto anfahrende Besucher tauchen am Eingang zum Grundstück der FIFA über eine lange Mittelrampe direkt in das zweite Untergeschoss ab, wie auch alle Lastwagen, die Material anliefern oder abholen.

Die Sportanlagen (Spielfelder aus Kunstrasen oder Sand sowie ein Minifeld) und das Fitnesszentrum mit Seminarraum und Wellnessanlage wecken die Lust, sich sportlich zu betätigen und dem eigenen Körper Gutes zu tun.

Energiekonzept: ökologisch und ökonomisch. Maßstäbe setzt das Home of FIFA auch in Bezug auf die Umwelt: Harmonisch integriert in ein Naherholungsgebiet, hatte ein ökologisches und auch wirtschaftliches Energiekonzept, verbunden mit einer zeitgemäßen Haustechnik oberste Priorität. Vor diesem Hintergrund entschied sich die FIFA für ein Nullemissionsgebäude, dessen Anforderungen vollständig erfüllt werden, etwa mit dem Verzicht auf fossile Energieträger und CO2-Emissionen sowie dem Einsatz energieeffizienter Technologie und einem optimalen Zusammenspiel des Heiz- und Kühlbedarfs. Wird im Gebäude gleichzeitig Wärme und Kälte benötigt, entzieht die Wärmepumpe dem Kältenetz Wärme und übergibt diese Wärme dem Wärmenetz.

Am Home of FIFA haben Architektin, Ingenieure, Poliere, Maurer und andere Baufachleute nicht nur Handwerksarbeit, sondern Handwerkskunst geleistet, so wie früher die Arbeiter an den Kathedralen und anderen großen Bauwerken.

Maße und Zahlen

Gesamtkosten: CHF 240 Millionen
Grundstücksfläche: 44000 m3

Dimensionen des Hauptgebäudes

Länge: 134 Meter, Breite: 41 Meter, Höhe: 12 Meter
Geschosse
Zwei Obergeschosse, ein Erdgeschoss, fünf Untergeschosse
Umbautes Volumen
Hauptgebäude: 179600 m3
Garderobengebäude: 13400 m3
Umbaute Geschossflächen
Hauptgebäude: 37400 m2
Garderobengebäude: 2300 m2
Flächennutzung
Arbeitsplätze (Vollausbau): 300
Auditoriumsplätze: 210
Personenwagenabstellplätze: 175
Nutzfläche: 8400 m2
Archiv-, Lager- u. Speditionsfläche: 7000 m2
Technikräume: 3000 m2
Fassade/Netz
Netzfläche: 8200 m2
UK des Netzes in Stahl: 250 Tonnen
Gewicht des Glases: 500 Tonnen

Chronologie

  • Im September 2003: Die FIFA erwirbt das Grundstück von der Credit Suisse.
  • 19. Dezember 2003: Das Baugesuch wird eingereicht. Vertragsunterzeichnung mit der Totalunternehmerin HRS Hauser Rutishauser Suter AG.
  • 14. Mai 2004: Als Teil der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der FIFA wird der Grundstein gelegt. Gleichzeitig erteilen die Behörden die Freigabe für den Beginn der Bauarbeiten.
  • Der frühere Adolf-Jöhr-Weg wird in FIFA-Strasse umbenannt.
  • 05. Juli 2004: Beginn Aushub.
  • 05. September 2004: Beginn Roharbeiten.
  • 21. Oktober 2005: Aufrichtefest.
  • 28. April 2006: Schlüsselübergabe.
  • Im Mai 2006: Bezug Home of FIFA.
  • 16. November 2006: Übergabe Sportzentrum.
  • 29. Mai 2007: Offizielle Einweihung am Vorabend des 57. FIFA-Kongresses.