Nachdem Fussball bei den Olympischen Sommerspielen 1900 und 1904 als Demonstrationssportart vertreten war, fand 1908 in London unter der Ägide der Football Association (FA) und der FIFA das erste Offizielle Olympische Fussballturnier statt. Das damalige Kräftegleichgewicht dieser beiden Institutionen wird bei einem Blick in die Regeln des Wettbewerbs deutlich. Dort hieß es: "Der Wettbewerb findet unter der Führung und Aufsicht des Rates der Football Association (England) statt...[und] wird gemäß den von der Football Assocation (England) aufgestellten und von der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) bestätigten Spielregeln ausgetragen."

Der FIFA-Kongress 1908 in Wien war von politischen Sachverhalten dominiert. Während der Beitritt von Norwegen und Finnland zur FIFA ohne Gegenstimmen erfolgte, sorgten die Aufnahmeanträge von Schottland und Nordirland für hitzige Debatten.

Doch es sollte nicht mehr lange dauern, bis alle vier britischen Verbände der FIFA beigetreten waren. Schottland und Wales wurden 1910 aufgenommen; Nordirland zwölf Monate später.

Vor einhundert Jahren übernahm noch der Kongress selbst die Ansetzungen der internationalen A-Länderspiele. Für die Saison 1908/09 wurden insgesamt 23 Länderspiele angesetzt. Ungarn und Deutschland bestreiten die meisten Partien (je sieben), während Finnland und Norwegen nur jeweils ein Spiel austragen. Zum Vergleich: 2007 wurden bei den Männern 932 und bei den Frauen 446 A-Länderspiele ausgetragen. Saudiarabien war mit 22 Länderspielen die aktivste Nationalmannschaft.