Am Mittwoch, 9. Juni 2010, fand im Gallagher-Kongresszentrum in Johannesburg die Eröffnungszeremonie des 60. FIFA-Kongresses statt. Die Delegierten der Mitgliedsverbände wurden Zeuge eines farbenprächtigen Auftritts, der von der südafrikanischen Erfolgssängerin Lira eröffnet wurde.

Nach der Einspielung eines Videos, welches das abgelaufene FIFA-Jahr 2009 rekapitulierte, erklärte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter den Kongress offiziell für eröffnet. "Ich freue mich sehr, anlässlich dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika zu sein. Der Fussball ist universell, er begeistert alle Menschen, überall auf der Welt. Er ist ein Instrument für Erziehung und Bildung sowie für das Erlernen von Menschlichkeit. Und ich bin es mir schuldig, an dieser Stelle Nelson Mandela zu würdigen, der der Welt seit seiner Inhaftierung auf Robben Island eine große Lektion in Sachen Menschlichkeit erteilt hat", so die einleitenden Worte des Präsidenten.

Im Anschluss begrüßte Amos Masondo, Bürgermeister von Johannesburg, die anwesenden Gäste, bevor der Präsident des südafrikanischen Fussballverbands (SAFA), Kirsten Nematandani, das Wort ergriff. "Ich möchte der FIFA und ihrem Präsidenten meinen Dank dafür aussprechen, dass sie uns diesen Königsweg hin zu einem historischen Wandel eröffnet und uns auf ihm mitgenommen haben, sowie für das Vertrauen, das sie damit uns gegenüber zum Ausdruck gebracht haben", erklärte er.

Ich bin es mir schuldig, an dieser Stelle Nelson Mandela zu würdigen, der der Welt seit seiner Inhaftierung auf Robben Island eine große Lektion in Sachen Menschlichkeit erteilt hat"

Auch Staatspräsident Jacob Zuma richtete einige Worte an die FIFA-Delegierten. "Die FIFA hat entschieden, dass dies der Zeitpunkt für Afrika ist. Und dass eine Nation, die erst vor kurzem Jahrhunderte des Schmerzes und der Konflikte hinter sich ließ, die Chance erhalten sollte, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen", sagte der südafrikanische Staatschef. Bevor eine Botschaft von Nelson Mandela eingespielt wurde, bekräftigte Zuma: "Unser aufrichtiger Dank gilt zunächst unserem Idol, Präsident Nelson Mandela, der uns dank seiner unerschütterlichen Menschlichkeit und seiner Liebe zu seinem Land und seinen Menschen bis zum heutigen Tage inspiriert."

Die Grußbotschaft Nelson Mandelas war die perfekte Ergänzung der Worte Jacob Zumas: "Dies ist ein weiterer historischer Tag für die südafrikanische Demokratie, denn wir empfangen die 208 Delegationen der FIFA. Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 ist weit mehr als ein Spiel: Sie symbolisiert die Macht des Fussballs, der die Völker aus aller Herren Länder eint, unabhängig von ihrer Sprache, Hautfarbe, ihren politischen oder religiösen Überzeugungen", so die Grußworte Madibas. Nun war der Zeitpunkt für die Fahnenzeremonie gekommen, die Präsentation der Landesflaggen der 208 Mitgliedsverbände der FIFA.

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 ist weit mehr als ein Spiel: Sie symbolisiert die Macht des Fussballs, der die Völker aus aller Herren Länder eint, unabhängig von ihrer Sprache, Hautfarbe, ihren politischen oder religiösen Überzeugungen"

Anschließend betraten Issa Hayatou, der Präsident des afrikanischen Fussballverbands und Vorsitzender der Organisationskommission der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft sowie Irvin Khoza, Vorsitzender des lokalen Organisationskomitees, die Bühne. Nach einer Show der Tanzgruppe Jamali ging man zur Verleihung der (insgesamt acht*) Verdienstorden über. Einer der Ordensempfänger war Alcides Ghiggia, Torschütze im Finale der Weltmeisterschaft 1950 im legendären Maracana-Stadion. "Die FIFA bedankt sich bei Alcides Edgardo Ghiggia dafür, dass er den Liebhabern des Fussballs in Uruguay und überall auf der Welt einen der bewegendsten Momente der Fussballgeschichte bescherte", hieß es in der Laudatio.

Anschließend ergriff FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke das Wort und rief die zahlreichen Programme in Erinnerung, die es Afrika ermöglichen werden, noch lange von der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ zu profitieren: Die offizielle Kampagne "20 Zentren für 2010", das Programm "In Afrika mit Afrika gewinnen" sowie zahlreiche weitere Initiativen.

*Verdienstorden:
Alcides Ghigghia
Holger Obermann
Johan Cruyff
Junji Ogura
Lisle Austin
Molefi Oliphant
Steven Sumner
Thabo Mbeki